Kardinal Puljic: Jesus als den größten Schatz im Leben annehmen

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Kardinal Puljic: Jesus als den größten Schatz im Leben annehmen

Mit Kardinal Vinko Puljic, der Erzbischof von Vrhbosna, hat am Sonntag der Oberhirte der römisch-katholischen Kirche von Bosnien-Herzegowina den Gottesdienst in Medjugorje geleitet. Bei seiner Predigt im Rahmen des 30. Internationalen Jugendfestivals bezeichnete der Kardinal die Anwesenheit der weit über 50.000 Jugendlichen aus aller Welt in dem Wallfahrtsort als Ausdruck der Suche nach dem größten Reichtum. Die heilige Gottesmutter Maria weise darauf, dass dies ihr Sohn Jesus sei. „Er ist der wahre Schatz“, erklärte Puljic. Medjugorje sei ein Ort, „um nach ihren Werten und nach ihrem wahren Ich zu suchen“.

Gleich zu Beginn der Messe hatte Ortspfarrer P. Marinko Sakota seine Freude darüber ausgedrückt, „dass unser Hirte in Bosnien und Herzegowina mit uns ist“. Puljic sei oft in Medjugorje gewesen und „sympathisiere“ nicht nur mit dem Ort, sondern habe auch lange auf diesen Moment gewartet, in dem Kardinäle und Bischöfe nun endlich auch öffentlich in den Pilgerort kommen könnten. 537 Priester konzelebrierten bei der Messe, 2,524.300 Menschen verfolgten die Eucharistiefeier weltweit über den Livestream, hunderttausende laut Angaben P. Sakotas über Kabelfernsehen

Kardinal Puljic rief die Jugendlichen dazu auf, ihre eigenen Werthaltungen zu überprüfen. Er kam dabei auf die jüngsten unter jungen Menschen in Westeuropa erhobenen Wertestudien zu sprechen. Denen zufolge sei weiterhin der wichtigste Wert die Familie – eine Institution, die derzeit viele „Prüfungen“ durchlaufe und von manchen gestürzt werden wolle, wie der Erzbischof betonte. Freundschaft rangiere weiterhin auf Platz zwei, gefolgt von materieller Sicherheit. Auf diese habe sich Jesus im Tagesevangelium bezogen, wenn er erklärt habe, dass es kein Wert sei, „zu besitzen und auszugeben“: Worauf es ankomme, sei selbst „ein Vermögen“ zu sein und für andere dazusein.

Der Glaube – „das, was euch hierher nach Medjugorje gebracht hat“ – rangiere in den Wertestudien an vierter Stelle, gefolgt vom „Sinn des Lebens“, den laut Puljic jeder Mensch suchen müsse, denn „es gibt kein schlimmeres Gefühl, als wenn sich jemand am Ende des Lebens sagen muss: Ich habe vergeblich gelebt!“ Auch Spiritualität werde in den Studien genannt. Der Erzbischof rief die Jugendlichen dazu auf, sich auch selbst die Frage zu stellen, „ob meine Berufung vielleicht spirituell ist, denn Gott ruft auch mich“. Jeder Mensch habe sich sein Leben nicht selbst eingebildet, sondern vielmehr habe Gott sich bereits um die Eltern eines jeden gekümmert und das Leben geschenkt. „Er hat auch seinen Plan mit uns, den es zu entdecken gilt“, sagte Kardinal Puljic.

Um sich den Herausforderungen des Lebens heute zu stellen, trug der Erzbischof den Jugendlichen mehrere Aufgaben auf: Sie sollten sich um einen „christlichen Charakter“ bemühen, stets als Christ sein, denken und handeln. „Das bedeutet, eine eigene Identität aufzubauen. Ich muss niemandes Kopie sein. Gott hat seine Schöpfung so reich gestaltet und uns alle anders geschaffen, und deshalb müssen wir diese Identität annehmen.“ Weiters rief Puljic dazu auf, „tapfer“ zu sein und „nie mit dem Beten aufzuhören, denn das Gebet ist eine wunderbare Gemeinschaft mit Gott. Und wer sich mit Gott abgibt, wird von seiner Liebe durchdrungen.“

Wichtig sei auch, nie so zu leben, als wäre man alleine auf der Erde, mahnte der Kardinal. „Keiner von uns wird alleine in den Himmel kommen!“ Als „soziale Wesen“ müsse der Mensch stets „miteinander und füreinander“ leben und „ein Herz für den Menschen haben“. Der schnellste Weg zur Heiligkeit sei es, die Pflicht des jeweiligen Alters als Christ zu erfüllen. Dies werde erreicht, „indem man mit Gott und mit den Menschen zusammenarbeitet und die menschliche Wirklichkeit annimmt, um den Willen Gottes in dieser Welt zu erfüllen“, so Kardinal Vinko Puljic.

Vor der Abendmesse gab es Lebenszeugnisse von ehemals Drogenabhängigen der Gemeinschaft Cenacolo, die im Anschluss ein Theaterstück darboten.

Bild © medjugorje.hr



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