Gedanken zur Botschaft vom 25.12.2019 – Dr. Ignaz Hochholzer

Dr. Ignaz Hochholzer
Gedanken zu Botschaft von 25.12.2019

Dr. Ignaz Hochholzer

Ich bringe euch meinen Sohn Jesus
Ich bringe euch meinen Sohn Jesus, um euch zu segnen und euch seine Liebe, die vom Himmel kommt, zu offenbaren.
Als Christus geboren wurde, verkündeten Engel den Frieden auf Erden. Deshalb bitten wir: Herr Jesus Christus, starker Gott, Friedensfürst, schau nicht auf unsere Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche und schenke ihr nach deinem Willen Einheit und Frieden.

Die Botschaft der Gottesmutter Maria vom Weihnachtstag, wo sie – wie jedes Jahr – mit ihrem Göttlichen Kind erschienen ist, erinnert an die Gebetseinladung vor dem Friedensgebet in der Heiligen Messe in der Weihnachtszeit. Die Situation ist eine ähnliche: Maria erscheint den Sehern am Weihnachtstag mit ihrem Sohn Jesus, und so kommt Jesus auch in der Heiligen Messe.

Maria kommt zu uns mit ihrem kleinen Jesusknaben und will, dass wir ihm näherkommen. Nach der Wandlung und dem gemeinsamen Gebet des Vaterunsers ist Jesus besonders anwesend, seine Gegenwart oft ganz dicht spürbar. Keine Geste darf leer sein, ohne Inhalt und Tiefe! Vielmehr zählt nur, was in unserer Herzenstiefe vor sich geht. Darum flehen wir in diesem besonderen Moment zwischen Wandlung und Kommunion innigst: „Schau nicht auf unsere Sünden, auf unsere Finsternis, sondern führe uns zum Licht, zum Heil!“

Zum Empfang der Heiligen Kommunion müssen wir versöhnt sein mit Gott und den Menschen gemäß dem Wort Jesu: „Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.“ (Mt 5,23-24).

Die Gottesmutter bringt uns ihren Sohn, um uns zu segnen und uns seine Liebe vom Himmel zu schenken.

Das ist das Geheimnis der Weihnacht! Es steigt Gott segnend hernieder – und mit ihm alle Liebe des Himmels!

Es ist für uns unvorstellbar, was es heißt: Gott wird Mensch. Wir haben es immer noch nicht recht begriffen und die himmlische Liebe noch immer nicht recht ausgekostet. Ansonsten wäre nicht so viel Kälte und Lieblosigkeit in der Welt, so viel Hass und Mord, Raub und Zwietracht, Hunger und Elend, Totschlag und Krieg. Wir können gar nicht glauben, wie es gerade heute zugeht auf Erden im einundzwanzigsten Jahrhundert: Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind! Alle fünf Minuten wird ein Christ des Glaubens wegen ermordet! Unglaublich und unerträglich sind diese Tatsachen, und unsere Reaktion auf diese düstere Wirklichkeit ist unangemessen. Kirche und Welt müssten in viel größerer Alarmbereitschaft sein. Da fragen wir: Was bewegt noch unser Menschenherz?

Euer Herz sehnt sich nach Frieden, den es auf Erden immer wenig gibt.

Die Gottesmutter ist sich sicher, dass trotz aller Bosheiten der Welt in jedem Menschen der Keim des Guten steckt. Wir verspüren eine Sehnsucht nach Frieden, Ruhe und Geborgenheit, doch erreichen wir dieses Ziel nicht. Im Gegenteil: Der Friede ist abnehmend in unseren Herzen, in unseren Familien und Gemeinschaften, in der ganzen Welt. Ohne Friede verblasst alles andere, ohne die Liebe hat alles keinen Wert.

Paulus weist uns im ersten Korintherbrief, Kapitel 13, im Hohen Lied der Liebe, den Weg. Wir können diese Bibelstelle nie genug betrachten und verinnerlichen. Erst wenn wir recht begreifen, was diese Liebe bedeutet, werden wir wirklich „Mensch“.

Wir dürfen uns nicht abschrecken lassen von allem Negativen. Nicht umsonst unterscheiden Ordensleute oft „Kloster“ und „Welt“ und meinen mit „Welt“ das Böse schlechthin. Aber so war es von Gott nicht gedacht. Bei der Erschaffung der Welt hat er an jedem der Schöpfungstage abends gesagt: „Er sah, dass es gut war.“ Am sechsten Tag heißt es sogar: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.“ Was Gott gut nennt, sollen wir nicht gering achten oder gar abschätzig beurteilen.

Deshalb sind die Menschen weit von Gott entfernt und die Seelen krank und gehen dem geistigen Tod entgegen.

Es muss für die Gottesmutter, die sich in Medjugorje als „Königin des Friedens“ vorstellt, sehr schmerzhaft sein, sich nach bald vierzig Jahren ihres Kommens eingestehen zu müssen, dass es den Frieden auf Erden immer weniger gibt. Besonders bitter ist dies am Weihnachtstag! Es ist bekanntlich die Weihnachtszeit immer auch eine Gefährdung – dass gerade da Beziehungen, Ehen, Familien und Gemeinschaften auseinanderbrechen. So scheut sich die Gospa nicht, mit ihrem Sohn in Händen am Christtag Klartext zu sprechen.

Wie zur Bestätigung der Aussagen der Gottesmutter Maria hat sich am Tag nach dem Weihnachtsfest in Nigeria ein furchtbares Drama ereignet: Elf Christen wurden von islamistischen Terroristen ermordet. So feiern wir sehr zurecht gleich am Tag nach dem Weihnachtsfest Stephanus, den ersten christlichen Märtyrer. Ja, diese Verfolgung setzt sich heute in noch viel größerem Ausmaß fort als noch zu Beginn des Christentums.

Im Buch Mose im Alten Testament lesen wir, wie David mit nur fünf Steinen den Riesen Goliath überwältigt hat! Die Gottesmutter will auch uns fünf Steine darreichen, um damit unseren größten Widersacher, Satan, zu besiegen. Sie meint mit diesen Steinen:

• Gebet: Ohne Gebet sind wir verloren! Die Gottesmutter bittet uns eindringlich, mit dem Gebet zu beginnen und darin nicht nachzulassen!

• Fasten: Wir können nicht alles haben, wir müssen wählen. Wählen wir jetzt Gott! Machen wir uns frei für Ihn. Im Fasten lassen wir alles weg, was unseren Weg zu Gott stört.

• Beichte: Es bedarf der Umkehr, der eigenen Bekehrung! Nicht auf andere schauen, schon gar nicht auf andere zeigen. Nur eines gilt: an die eigene Brust klopfen und neu beginnen, wenn nötig jeden Tag! Da hat uns Niki Lauda auf seinem Totenbildchen ein gutes Motto hinterlassen: „Fang nie an aufzuhören, hör nie auf anzufangen!“

• Eucharistie: Mit Jesus eins werden. ER ist der starke Gott, der Friedensfürst. Auch für unsere Tage ist nur ER die Rettung.

• Bibellesen: Nur im Wort Gottes, in Seinem Wort, das Fleisch geworden ist, können wir bestehen im Wirrwarr unserer Tage.

„Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf“, mahnt Paulus die Christen in Rom (Röm 13,11). Wir müssen diesen Aufruf neu vernehmen, wenn die Gottesmutter so eindringlich zu uns spricht. Wir sind weit von Gott entfernt, unsere Seelen sind krank und dem geistigen Tod nahe. Die Gospa möchte uns mit dieser Aussage nicht schockieren und mutlos machen! Sie will uns zur Umkehr und zum Neubeginn führen am Beginn eines Neuen Jahres. Und sie hilft uns dabei, sie geht mit uns. Daher heißt es zum Schluss der Botschaft:

Ich bin mit euch, meine Kinder, um euch auf diesem Weg des Heils, zu dem Gott euch ruft, zu führen. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.
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