Erzbischof Hoser: Medjugorje ist Begegnungsort für den Menschen mit Gott

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Erzbischof Hoser: Medjugorje ist Begegnungsort für den Menschen mit Gott

Der Apostolische Visitator der Pfarre Medjugorje, Erzbischof Henryk Hoser, war am dritten Tag des Internationalen Jugendfestivals der Hauptzelebrant der Abendmesse, begleitet von 689 Priestern. Erneut wurden bei der Anzahl der weltweit Mitfeiernden über den Livestream des Mir Medjugorje Information Center mit 2.258.400 IP-Adressen eine Rekordbeteiligung erreicht. Die Zehntausenden anwesenden Jugendlichen nahmen nach der Heiligen Messe an einer Prozession mit der Statue der Gottesmutter und der Eucharistischen Anbetung teil. Der Pfarrer von Medjugorje, P. Marinko Sakota, verlas zudem die an die Jugend gerichteten Grüße des Wiener Erzbischofs Kardinal Christoph Schönborn, der wie schon in den vergangenen Jahren erneut eine Botschaft an die Teilnehmer gesandt hatte.
Erzbischof Hoser erklärte in seiner Predigt, dass das Jugendfestival in komprimierter Form das zum Ausdruck bringe, was Medjugorje ausmache. Medjugorje sei zunächst ein „Ort der Begegnung und des Kennenlernens“, so der polnische Geistliche. Dabei gehe es nicht nur um die Bekanntschaft mit Gläubigen aus aller Welt, sondern auch um ein „Vertraut werden mit diesem ungewöhnlichen Ort“, der auf den ersten Blick nichts Besonderes sei: Eine einfache, von Kroaten bewohnte Landgemeinde, umgeben von Weinbergen und grünen Hügeln.

Medjugorje habe jedoch ein „Geheimnis“, das man „kennen und kennenlernen“ müsse, erklärte der Erzbischof weiter. Es bezeichne einen Ort und eine Zeit der Offenbarung, die weit über die tägliche Erfahrung hinausgehe, des Lebens, des Arbeitens und des Ausruhens. Das Geheimnis von Medjugorje sei eine „unsichtbare, aber intensive und sehr präsente Realität“, nämlich die „Welt des Geistes und der Begegnung des Menschen mit Gott“, welche im Herzen eines jedes Einzelnen stattfinde.
Das Herz des Menschen, das „vor Freude springt und vor Schmerz zerschmettert“ sei „krank und kompliziert“ und vom Propheten Jeremia (Jer. 17,9) sogar als das „heimtückischste von allen“ bezeichnet werde, da es „kaum zu reparieren“ oder zu durchdringen sei. Junge Menschen hätten ein „besonders empfindliches Herz – und zwar gleichermaßen sowohl für das Gute, wie auch für das Böse“.
Alle Menschen, besonders jedoch die jungen, seien ungewöhnlich sensibel dafür, wenn es an Gerechtigkeit fehle, und würden darunter sehr leiden. „Das ist unfair! Das ist inakzeptabel! Das ist schmerzhaft! Das ist schädlich!“: So würden es Jugendliche oft formulieren, vor allem in Richtung ihrer Eltern und Erzieher, sagte Hoser. Es sei typisch für das Jugendalter, dass man für die eigene Freiheit kämpft, doch würden junge Menschen nicht immer die Grenzen der persönlichen Freiheit kennen. „Diese Grenzen gibt es aber – es muss sie geben“, betonte der Erzbischof. Die Freiheit der anderen Person sei beispielsweise so eine Grenze, ebenso die soziale Freiheit, die Religionsfreiheit oder auch die Freiheit der Eltern bei der Erziehung ihrer eigenen Kinder. „Diese Freiheiten sollten auch respektiert werden, ebenso wie es im Verkehr Verbote gibt, die die Sicherheit aller Beteiligten schützen“, so Hoser.
Auf gleiche Weise habe auch Gott dem Menschen die „wichtigsten Grenzen“ gegeben – und zwar stets im Geiste der Gerechtigkeit und Liebe. Dazu gehörten vor allem die Zehn Gebote als die „zehn Worte des Lebens“. Diese lehrten den Menschen, „was gut für uns ist, was schlecht, und deshalb nehmen sie die Form von Befehlen und Verboten an: Wir sollen das Gute tun, nicht das Böse tun“, stellte Erzbischof Hoser klar. Gott wolle dem Menschen zu seiner Freiheit verhelfen, dieser sei aber „von der Kette der Sünde umgeben“ und trage oft selbst dazu bei, dass diese noch schwerer werde. Gott öffne diese Ketten jedoch und schenke dem Menschen die volle Freiheit.
Gott sei auch bestens mit dem Herzen des Menschen vertraut, in dem ein ständiger „Kampf zwischen Gut und Böse“ stattfinde, so der Erzbischof weiter. „Denn der Mensch schaut auf die Augen und der Herr schaut auf das, was im Herzen ist“ (1 Sam 16,7). Jesus lese im Herzen des Menschen und kenne seine Schwächen, aber vor allem auch „unsere Möglichkeiten, Gutes zu tun“, wobei er Hilfe, Unterstützung und Begleitung geben und sogar mit der ganzen Heiligen Dreifaltigkeit in diesem menschlichen Herzen wohnen wolle.

In diesem Sinne sei auch die Führung der Muttergottes, die auch die Mutter der Gläubigen sei, zu verstehen, egal ob in Tschenstochau, Vilnius, Lourdes, Fatima, Kibeho oder eben in Medjugorje, wo Maria als die Königin des Friedens verehrt wird. „Lasst euch von ihr leiten!“, so der abschließende Appell des Apostolischen Visitators, der seine Predigt zur Freude der vielen polnischen Pilger in seiner Muttersprache Polnisch gehalten hatte.
Am Sonntag findet um 11 Uhr in der St.-Jakobs-Kirche die Heilige Messe mit dem Bischof von Sisak, Vlado Kosic, statt. Die Abendmesse leitet Kardinal Vinko Puljić, der Erzbischof von Bosnien und Herzegowina.

Bild © medjugorje.hr



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