Leben im Rhythmus der Botschaften

Betrachtung zur Botschaft

Mag. Franz Heidlberger
Gedanken zu Botschaft von 25.09.2019

Mag. Franz Heidlberger

„Betet, arbeitet und legt mit Liebe Zeugnis ab“

Ich liebe die Gottesmutter Maria, unsere Mutter. Nicht nur, weil sie uns das größte Vorbild im Glauben wäre, so wie auch andere große Heilige, zum Beispiel Mutter Teresa, ein großes Vorbild im Glauben und in der Tugend sind. Ich liebe die Gottesmutter, auch nicht nur weil sie für uns eine große Fürbitterin ist, so wie auch ein guter christlicher Freund ein guter Fürbitter in bestimmten Anliegen sein kann. Ich liebe sie nicht nur, weil sie immer auf Christus verweist, so wie es auch die Aufgabe guter Prediger und Seelsorger ist.
Ich liebe sie, weil sie meine Mutter ist; weil es kein Zufall ist, dass im schmerzlichsten und innerlichsten Moment unter dem Kreuz, im Moment des Abschieds, Jesus dem Jünger, den er liebt, seine eigene Mutter zur Mutter gegeben hat. Und ich glaube fest, dass in diesem namenlosen Jünger auch ich gemeint bin, und jeder, der Christus als seinen Herrn angenommen hat. Jesus hat mich ihr ins Herz gelegt als ihren Sohn, und Jesus hat sie mir ins Herz gelegt als meine Mutter. Deswegen lasse ich mich sehr gerne von ihr liebes Kind nennen. Sie darf das immer zu mir sagen.

Betet, arbeitet und legt mit Liebe für das himmlische Königreich Zeugnis ab, damit es euch hier auf Erden wohl ergehe.

Die Botschaft der Gottesmutter ist sehr ermutigend. Es wird uns wohl ergehen, wir werden Zeugen sein, die Ungläubigen werden die Gnade der Bekehrung spüren und der Himmel wird dankbar sein. So kurz und so gut hören wir es gerne.

Die Gottesmutter spricht auch von Arbeit, sich bemühen, Zeugnis ablegen, Entscheidung zur Heiligkeit und Opfern, die wir bringen. Es sind aktive Werke, zu denen sie uns aufruft. Sind wir nicht aus reiner Gnade gerettet und können wir uns denn die Heiligkeit verdienen?

Um dies richtig zu verstehen, müssen wir uns die Grundlagen des katholischen Glaubens in Erinnerung rufen. Christus hat uns am Kreuz erlöst und die Trennung zwischen Gott und den Menschen weggenommen. Als der neue Adam hat er unsere menschliche Natur, die durch die Erbsünde verdorben war, vollständig wiederhergestellt. Herz und Seele, Verstand und Wille sind wieder gesund und fähig, Gott zu erkennen und mit ihm Beziehung zu leben, so wie der erste Adam im Paradies. Einzig die so genannte Konkupiszenz, eine innere Neigung zur Sünde, bleibt, die aber selbst nicht Sünde ist. Durch die Taufe wird uns dieses Geschenk zuteil, und wir stehen rein da als Geheiligte. Wenn wir also sündigen und danach das Sakrament der Versöhnung empfangen, sind wir wieder in diesem Zustand, den wir Stand der Gnade nennen. Zum besseren Verständnis: Die Reformatoren gehen davon aus, dass der Mensch zwar durch Jesus Zugang zum Vater im Himmel hat, aber die menschliche Natur immer noch durch die Erbsünde korrumpiert ist. Somit seien wir gleichzeitig Sünder und Gerechte, weil gerechtfertigt durch den Sohn, aber bleibend verdorben durch die Erbsünde (simul iustus et peccator). Wir sind aber nicht gleichzeitig Heilige und Sünder, wie es die Reformatoren ausdrücken.

Wenn davon die Rede ist, dass wir, die wir Christus angenommen haben, allesamt Heilige sind, dann in dem Sinn, dass wir geheiligt sind, aus reiner Gnade durch die Erlösungstat Christi. Aber Heiligkeit im katholischen Sinn geht weiter. Die Gottesmutter erinnert uns an das, was auch die Kirche von uns fordert: heilig zu werden. Wir finden diese Heiligkeit in dem Wort Jesu, der uns auffordert: „Seid also vollkommen, wie auch euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ (Matthäus 5,48). Dies ist eine immens große Würde, die uns geschenkt wurde! Wir können mitarbeiten am Werk der Erlösung. Wie könnte sonst der Himmel für unsere Bemühungen und Opfer dankbar sein! Wenn wir fasten oder die Mühen des Alltags aufopfern, dann dürfen wir uns mit Jesus verbinden. Unsere Bemühungen und Opfer haben einen heilbringenden Sinn, sagt Johannes Paul II.

Es ist wirklich eine immens große Würde, wiederhergestellt zu sein als Abbild Gottes, als Töchter und Söhne Gottes, und am Reich Gottes mitbauen zu dürfen. Auf diesem Hintergrund wird das christliche Leben zu einer konkreten Aufforderung, und auch die Botschaft der Mutter Gottes wird konkret. Betet, arbeitet und legt mit Liebe für das himmlische Königreich Zeugnis ab, damit es euch hier auf Erden wohl ergehe. Wir arbeiten, um am Werk der Schöpfung teilzuhaben und auch um dadurch Zeugnis zu geben und Freunde zu gewinnen. Wir beten, indem wir mit Gott Vater in Beziehung treten, ohne uns verstecken zu müssen, wie es Adam nach dem Sündenfall getan hat, als Gott beim Morgenwind im Garten einherschritt. Wir legen alles, Positives, Negatives, Vergangenes und Zukünftiges, und alle unsere Anliegen vor Gott hin, in der Vertrautheit der Kinder vor dem Vater.

Und Gott wird unser Tun und unsere Mühe hundertfach segnen, sodass wir Zeugen in den Völkern sein können. Durch dieses Zeugnis werden die Seelen der Ungläubigen die Gnade der Bekehrung spüren.

Nehmen wir den Rosenkranz in die Hand! Er wird oft als die Waffe der Liebe und des Friedens und die stärkste Waffe gegen das Böse bezeichnet. Der Rosenkranz ist ganz sicher auch das beste und nützlichste Werkzeug, um im Reich Gottes mitzuarbeiten. Nicht zuletzt legen wir mit dem Rosenkranz in der Hand auch Zeugnis ab, dass wir Kinder unserer himmlischen Mutter sind, die uns sicher führt, auf dem Weg der Heiligkeit. Entscheiden wir uns dafür!

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