Oase 01/2024

Oase des Friedens 01/2024

Vorwort

Dr. Christian Stelzer

Warten auf frohe Botschaften

„Die Welt wartet auf frohe Botschaften, aber sie kommen nicht“, schrieb ein bekannter Journalist Ende des Alten Jahres in seiner Kolumne. Obwohl Menschen in vielen Ländern der Welt ungleich mehr zu leiden hätten als hierzulande, werde die Informationsflut schlechter Nachrichten nach Jahren der Pandemie, dem Entsetzen über Russlands Krieg gegen die Ukraine und den Terror im Nahen Osten nicht mehr ertragen.

Irgendwo müsse doch die Zukunft sein, meint dann der Autor, und nennt drei Punkte, die im Neuen Jahr behilflich sein könnten: 1. Wir sollten wieder lernen, resilient zu werden. 2. Auf Spaltung dürfe nicht Spaltung und noch mehr Spaltung folgen. Deshalb sollten wir versuchen, dem Anderen zuzugestehen, dass er um seinen Standpunkt gerungen hat, auch wenn er anders als der meine ist. 3. Zeigen, dass wir uns noch eine gute Zukunft vorstellen können, auch wenn es schwerfällt.

In Gesprächen mit Freunden stellte ich in den vergangenen Wochen immer wieder die Frage, was ihnen Hoffnung für das Neue Jahr gibt. Als Christen sollten wir ja bereit sein, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die uns erfüllt (1 Petr 1,15).

Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsbotschaft vor Tausenden Menschen am Petersplatz gesagt: „Die Augen und Herzen der Christen in aller Welt sind auf Betlehem gerichtet. Dort, wo in diesen Tagen Schmerz und Stille herrschen, ist die seit Jahrhunderten erwartete Botschaft erklungen: »Heute ist euch der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr« (Lk 2,11). Das sind die Worte des Engels am Himmel von Betlehem, und sie sind auch an uns gerichtet. Es erfüllt uns mit Zuversicht und Hoffnung zu wissen, dass der Herr für uns geboren ist; dass das Ewige Wort des Vaters, der unendliche Gott, mitten unter uns Wohnung genommen hat (vgl. Joh 1,14): Dies ist die Nachricht, die den Lauf der Geschichte verändert!“

Und Papst Franziskus weiter: „In der Heiligen Schrift wird dem Fürst des Friedens »der Herrscher dieser Welt« (Joh 12,31) gegenübergestellt, der wider den Herrn, den »Freund des Lebens« (Weish 11,26), handelt, indem er Tod sät. Wir sehen ihn in Betlehem am Werk, als dort nach der Geburt des Erlösers ein Massaker unter Unschuldigen stattfindet. Wie viele Massaker an Unschuldigen es in der Welt gibt: im Mutterleib; auf den Routen der Verzweifelten, die auf der Suche nach Hoffnung sind; im Leben so vieler Kinder, deren Kindheit vom Krieg zerstört wird. Sie sind die Jesuskinder von heute.
Zum Fürst des Friedens „Ja“ zu sagen, bedeutet also, „Nein“ zum Krieg zu sagen – und zwar mit Mut: Nein sagen zum Krieg, zu jedem Krieg, zur Logik des Krieges selbst, der eine Reise ohne Ziel, eine Niederlage ohne Sieger und ein Wahnsinn ist, für den es keine Entschuldigung gibt“, so der Papst.

Als die Gospa, die Gottesmutter, am Silvesterabend der Seherin Marija Pavlovic-Lunetti erschien, lud sie die Menschen für den nächsten Nachmittag, den 1. Jänner und Hochfest der Gottesmutter Maria, zugleich den Weltfriedenstag, zu einem besonderen Gebet auf den Erscheinungsberg ein. Tausende Menschen folgten der Einladung der Gospa und beteten gemeinsam ab 15 Uhr trotz Regens, bis dann gegen 17.30 Uhr die Gottesmutter der Seherin Marija erschien. Kurz davor hörte der Regen auf, und an einer Stelle öffnete sich sogar die dichte Wolkendecke. „Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid und für meine Anliegen gebetet habt. Ihr werdet es nicht bereuen, weder ihr, noch eure Kinder und die Kinder eurer Kinder“, sagte die Gospa. Daraufhin betete die Muttergottes lange über allen Anwesenden und segnete sie.
Das Neue Jahr trotz Starkregens mit dem Gebet um den Frieden zu beginnen – was kann uns resilient, widerstandsfähiger machen, dachte ich mir. Zugleich die Glaubensverbundenheit so vieler Menschen, in der Meinungsverschiedenheiten etwas an Bedeutsamkeit verlieren. Und dann der gemeinsame Blick auf den Frieden, auf die Königin des Friedens, die uns das Kind in der Krippe, Jesus, schenkt – er ist der Friede und die Hoffnung der Welt!

In der vorliegenden OASE vom Jänner 2024 bringen wir u.a. ein Interview mit Bischof DDr. Klaus Küng, der mit einer Pilgergruppe nach Medjugorje gereist war, um das Neue Jahr, wie schon im Vorjahr, in Medjugorje zu erwarten, und ein Zeugnis von P. Thomas Bucher, der für die deutschsprachigen Pilger am Wallfahrtsort zuständig ist.
Viele Freude am Lesen und ein gesegnetes Neues Jahr wünscht Ihnen Christian Stelzer