Vorwort OASE 2026.01 von Dr. Christian Stelzer
Oase des Friedens 01/2026
Vorwort 01.2026

Vorwort
Dr. Christian Stelzer
Dass es im Neuen Jahr besser werde, daran glaubt nur jeder fünfte Österreicher, wie aus einer, von Gallup International in 60 Ländern durchgeführten End-of-Year-Umfrage (EOY) hervorgeht. Die Österreicherinnen und Österreicher gehören damit zu den größten Pessimisten und werden darin nur noch von den Menschen in Bulgarien und Bosnien und Herzegowina übertroffen. Dass die Stimmung nicht unbedingt mit sozialer Sicherheit und Wohlstand zu tun hat, beweisen Kenianer und Bewohner des Ex-Bürgerkriegslandes Syrien, die am hoffnungsvollsten von allen in die Zukunft blicken.
Zugegeben, es macht Angst, wenn die Mächtigen sich ganze Länder und deren Bodenschätze anzueignen versuchen und ihr Vorgehen nicht als Krieg und Raub, sondern als „Spezialoperation“ oder „Operation Absolute Resolve“ („Operation unbedingter Entschlossenheit“) benannt wird.
Angesichts der Tatsache, dass das Völkerrecht immer häufiger verletzt wird, schreibt Papst Leo XIV. in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag am 1. Jänner, dass Gerechtigkeit und Menschenwürde heute mehr denn je den Machtungleichgewichten zwischen den Stärksten ausgesetzt sind, und dass die gegenseitigen Beziehungen der Staaten in menschlicherem Gleichgewicht neu zu gestalten sind, in einem Gleichgewicht, das auf gegenseitigem Vertrauen, auf aufrichtiger Gesinnung bei Vertragsschlüssen und auf unverletzlichen Vereinbarungen gegründet ist.
Wenn der Papst vom Frieden spricht, meint er einen unbewaffneten und einen entwaffnenden Friede. Denn „die Güte ist entwaffnend“, so der Papst. „Vielleicht ist Gott deshalb Kind geworden. Das Geheimnis der Menschwerdung, das Herabsteigen Gottes bis in die Unterwelt, beginnt im Schoß einer jungen Mutter und wird in der Krippe von Betlehem offenbar. »Friede auf Erden«, singen die Engel und verkünden die Gegenwart eines wehrlosen Gottes. Die Menschheit kann seiner Liebe nur dann gewahr werden, wenn sie sich seiner annimmt (vgl. Lk 2,13-14). Nichts vermag uns so sehr zu verwandeln wie ein Kind……
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