Trauer um Erzbischof Henryk Hoser

Trauer um Erzbischof Henryk Hoser

Am Freitag, den 13. August 2021, verstarb der Apostolische Visitator für Medjugorje, Erzbischof Henryk Hoser, auf der Intensivstation eines Warschauer Krankenhauses.

Erzbischof Hoser hat in seiner Funktion als Apostolischer Visitator der Pfarre Medjugorje in den vergangenen zwei Jahren einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass offizielle Pilgerfahrten von Papst Franziskus im Mai 2019 erlaubt wurden. Seither haben zahlreiche hohe kirchliche Würdenträger den Wallfahrtsort besucht und ihr Erstaunen über das rege sakramentale Leben an diesem kleinen Ort in der Herzegowina zum Ausdruck gebracht.

Henryk Hoser wurde am 27. November 1942 in Warschau geboren. In seiner Jugend studierte er Medizin und arbeitete anschließend als Assistenzarzt an der Medizinischen Hochschule in Warschau. 1969 trat er in die Gesellschaft des Katholischen Apostolats (SAC) des heiligen Vinzenz Pallotti ein. Er studierte von 1970 bis 1974 Philosophie und Katholische Theologie und wurde 1974 vom Warschauer Weihbischof Wladyslaw Miziolek zum Priester geweiht.

Anschließend spezialisierte sich Dr. Henryk Hoser in Paris auf dem Gebiet der Tropenmedizin, bevor er 1975 nach Ruanda aufbrach, wo er bis 1995 als Missionar wirkte und verschiedene Aufgaben innehatte. So war er Pfarrvikar, Gemeindepfarrer, Beauftragter für das Familienapostolat und die apostolische Fortbildung der Laien sowie Beauftragter für die Förderung des Presseapostolats.

In Kigali gründetet er 1978 ein Zentrum für Gesundheits- und Sozialdienste, das er selbst 17 Jahre lang leitete. Er war Vorsitzender des Verbandes der Assoziierten Ärztezentren in Kigali (BUFMAR), Leiter eines AIDS-Observatoriums und Leiter eines Programms zur psychisch-medizinischen und sozialen Betreuung von AIDS-Kranken.

In dieser Zeit war er 10 Jahre lang Ordensprovinzial und Vorsitzender der Konferenz der Ordensoberen in Ruanda. Im Jahr 1994 nahm er als Experte für Familienfragen und Entwicklung an der Afrikasynode teil. Im selben Jahr wurde er für die Zeit der Abwesenheit des Apostolischen Nuntius in Ruanda zum Apostolischen Visitator in diesem Land ernannt.
Von 1996 bis 2003 war er Regionaloberer der Pallottiner und Mitglied des Missionsrates der Konferenz der Ordensoberen in Frankreich und besuchte während dieser Jahre im Auftrag der Kongregation für die Evangelisieren der Völker Priesterseminare in verschiedenen Missionsländern. Er war Mitgründer der 2001 gegründeten „Federation Africaine de l’Action Familiale“. Ab 2004 leitete er als Rektor die Missionsprokur der Pallottiner in Brüssel, wo er auch als Seelsorger bei der Europäischen Gemeinschaft tätig war.

Im Jänner 2005 ernannte ihm Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Tepelta, zum stellvertretenden Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker und zum Präsident der Päpstlichen Missionen. Und am 24. Mai 2008 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von Warschau-Prag in Polen.
Zugleich bekleidete Erzbischof Hoser verschiedene Ämter innerhalb der Polnischen Bischofskonferenz.

Am 11. Februar 2017 berief ihn Papst Franziskus zum Sondergesandten des Heiligen Stuhls für Medjugorje und am 31. Mai 2018 zum Apostolischen Visitator der Pfarre Medjugorje.
Bereits weniger als ein Jahr später, am 12. Mai 2019, hob Papst Franziskus das seit der Erklärung von Zadar der ehemaligen jugoslawischen Bischofskonferenz aus dem Jahr 1991 geltende Verbot offizieller Pilgerfahrten nach Medjugorje auf. Zahlreiche hohe kirchliche Würdenträger, unter ihnen Erzbischof Rino Fisichella, Kardinal Angelo De Donatis, Kardinal Robert Sarah oder Kardinal Stanislaw Dziwisz besuchten seither den Wallfahrtsort Medjugorje.

Hernyk Hoser litt seit dem Frühjahr 2021 an Covid-19, befand sich aber auf dem Weg der Besserung, ehe er sich eine Infektion zuzog, die ihn schließlich das Leben kostete.
Die Beerdigung findet am Freitag, dem 20. August, in der Kathedrale von Warschau-Praga statt.

Als Medjugorje-Gebetsgemeinschaft empfinden wir große Trauer über den „Heimgang“ von Erzbischof Hoser. Zugleich erfüllt uns auch tiefe Dankbarkeit über das mutige und segensreiche Wirken dieses außerordentlichen Menschen, der mit der Wachsamkeit des Hirten und dem diagnostischen Blick des Arztes für die Entwicklung des Wallfahrtslebens in Medjugorje in kurzer Zeit so viel bewirken konnte.

Möge ihm Gott nun die Fülle seines Friedens schenken!

„Viele Pilger sagen, dass es hier eine Präsenz gibt, jemanden, der anwesend, aber nicht sichtbar ist. Diese Präsenz spüren hier alle Pilger.“

Henryk Hoser, August 2019

„Ich kann sagen, dass alles mit dem Zeugnis von sechs jungen Menschen, Kindern, Teenagern begann, die behaupteten, die Muttergottes auf Podbrdo, dem heutigen Erscheinungsberg gesehen zu haben. Die Muttergottes stellte sich als Königin des Friedens vor. Sie ruft zur Bekehrung, Buße und zu einem Leben in Einheit mit Gott und zur Verbreitung des Friedens in der Welt auf.“

„Dieser Ort erinnert uns an die Bedeutung der Beziehung des Menschen zu Gott.

Ich denke, dass diese Elemente in der Botschaft von Medjugorje sehr präsent sind und dass die Menschen immer voller Freude in ihr tägliches Leben zurückkehren und im Herzen tragen, was sie während ihrer Pilgerfahrt von Gott erhalten haben.“

Henryk Hoser, Juni 2021

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