Predigt Kardinal Puljić

31. „Mladifest“
Predigt Kardinal Puljić

Wenn ihr nach Hause zurückkehrt, dann mögen die anderen sehen, dass ihr Gott begegnet seid

Wenn ihr nach Hause zurückkehrt, dann mögen die anderen sehen, dass ihr Gott begegnet seid

Die Abendliturgie des fünften Tages beim 31. Internationalen Jugendfestival in Medjugorje leitete Kardinal Vinko Puljić aus Sarajevo. Zu Beginn der Messfeier lud er alle Gläubigen ein, „auf besondere Weise für den Heiligen Vater, der uns mit seiner väterlichen Liebe, seinem Gruß umarmt hat, zu beten“.
Vor Beginn des Gebetsprogramms wurde der Film „Ich sage dir, steh auf!“ der Gemeinschaft Cenacolo gezeigt.

In Konzelebration mit Kardinal Puljić feierten den Gottesdienst an diesem 5. August 2020 Erzbischof Luigi Pezzuto, Apostolischer Nuntius in Bosnien und Herzegowina, Erzbischof Henryk Hoser, Apostolischer Visitator für die Pfarre Medjugorje, Pater Miljenko Šteko OFM, Provinzial der Franziskanischen Provinz der Herzegowina, Pater Marinko Šakota OFM, Pfarrer von Medjugorje, und 61 weitere Priester.

In seiner Predigt stellte Kardinal Puljić den Anwesenden die Frage: „Was brachte euch dazu, dass ihr in dieser Situation zum Mladifest gekommen seid? Sicherlich würden einige so antworten: ‚Mir wurde schon früher gesagt, man begegne beim Mladifest Gott und erlebe die Nähe Gottes. Deshalb bin ich gekommen.` Ich glaube, viele von euch wollen genau das. Vielleicht wird mancher auch sagen: ‚Ich bin leer. Meine Seele ist leer. Ich bin gekommen, um meine ‚Batterien‘ wieder aufzuladen, damit ich die Herausforderungen des Lebens bewältigen kann.‘ Einige werden sagen: ‚Ich war mit allem Möglichen beladen und habe mich dabei selbst verloren. Ich bin gekommen, um mich wieder zu finden, um mir und in mir Gott zu begegnen.‘ “ Dazu zitierte Kardinal Puljić die Worte des hl. Augustinus: ‚Gott, ich habe dich überall gesucht, und du warst in mir, aber ich war außerhalb von mir.‘
Er erwähnte auch andere Gründe, weshalb man nach Medjugorje komme: um zu beichten, Frieden für die Seele zu finden, den Menschen als seinen Mitreisenden zu erkennen, zu erfahren, wie sehr wir bereit sind, uns aufzuopfern: „Einige werden sagen“, so sagte der Kardinal, „dass der Glaube, der nur halb gelebt wird, einen tötet, und deshalb sind sie gekommen, damit die Muttergottes sie zu Jesus führt.
Alles, was ihr sucht, werdet ihr in Jesus finden. Maria wird uns dorthin bringen. Deshalb lautet die Botschaft des diesjährigen Treffens: „Kommt und seht!“. Dabei geht es nicht darum, mit den Augen zu sehen; denn ich bin gekommen, um mit meinem Herzen zu sehen. Ich bin gekommen, um mit dem Glauben zu sehen. Wen? Den Auferstandenen! Nur er kann die Antworten auf unsere Lebensfragen geben. All das Suchen, alle Technik, alle Fähigkeiten, alles Wissen kann nicht das geben, was Jesus geben kann: „Meinen Frieden gebe ich euch“. Deshalb ist es wichtig, von Maria zu lernen, wie man auf Gottes Wort hört, zuhört, es annimmt und lebt.“, so Kardinal Puljić.

Er erinnerte die Jugendlichen auch daran, dass sie bei ihrem Heranwachsen mit Einstellungen konfrontiert waren, die sie verformt hätten. Ein Motto der Welt lautet: „Man soll leben, ohne zu leiden.“ Aber niemand könne Erfolg im Leben haben, ohne zu leiden. Das Kreuz sei unsere Identität, dort würden wir lernen. Er lud die Jugendlichen ein, den Weg Jesu zu entdecken: „`Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben`, sagt Jesus uns. Entscheidet euch mit eurem Herzen so für das Leben. Umarme den Auferstandenen mit deinem Geist und fürchte dich nicht vor dem Leben. Jene, die sich dazu entscheiden, sind in der Lage, die Zukunft zu verändern. Feiglinge sind nicht in der Lage, die Zukunft aufzubauen, sondern Menschen, die bereit sind, sich zu opfern; und dies lernt man in der Schule des Kreuzes. Deshalb, liebe Jugendliche, wenn ihr die Zukunft aufbauen wollt, lasst euch von Maria zu Jesus führen. Hört auf sie, die er zu euch sendet. Kommt und seht! Kommt und seht, nicht mit den Augen dieser Welt, sondern mit den Augen des Glaubens. Kommt und seht! Wenn ihr nach Hause zurückkehrt, dann sollen die anderen sehen, dass ihr Gott begegnet seid, dass ihr Jesus gefunden habt, dass Maria, unsere Mutter, euch zu ihm führt. Möge in den anderen der Wunsch wachsen, das zu erleben, was ihr erlebt habt.“, so Kardinal Puljić, der dann noch hinzufügte, wie er sich darüber freue, dass er an diesem Abend beten und um die Fürsprache der Muttergottes bitten dürfe und die Jugendlichen als Hirte ermutigen und ihnen sagen könne: „Habt keine Angst vor dem Leben! Möge dieses Mladifest, das zum 31. Mal stattfindet, euch in diesem Glauben ermutigen, damit ihr die Welt verändert; denn ihr habt den auferstandenen Christus gewählt. Möge Maria, unsere Mutter, euch auf dieser Reise beschützen. Amen.“



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