Oase 11/2022

Oase des Friedens 11/2022

Vorwort

Dr. Christian Stelzer

„Die Menschheit hat sich für den Tod entschieden“, sind Worte aus der letzten Botschaft der Königin des Friedens vom 25. Oktober 2022, die uns wachrütteln, nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund eines völlig verantwortungslosen atomaren Säbelrasselns, das wir gerade miterleben. Dazu kommen die laufenden Meldungen von russischen Raketen, welche auf sensible Infrastruktureinrichtungen in der Ukraine abgefeuert werden und der Beschuss des größten Atomkraftwerkes Europas in Saporischschja.

Die Botschaft der „Gospa“, der Gottesmutter, beginnt aber mit dem Satz:
„Der Allerhöchste hat mir erlaubt mit euch zu sein.“ Ist das nicht erneut eine Zusage der Nähe des Himmels an uns, auch in dieser Zeit?

Die Lesungen der Kirche am Ende des Kirchenjahres handeln über die Endzeit und erinnern uns daran, dass unser Leben laufend Entscheidungen von uns fordert.

Das sagt uns auch der Psalm 1, der von den beiden Wegen spricht und uns allen vertraut ist:

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, / nicht auf dem Weg der Sünder geht, / nicht im Kreis der Spötter sitzt, / sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, / über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.
Er ist wie ein Baum, / der an Wasserbächen gepflanzt ist, / der zur rechten Zeit seine Frucht bringt / und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, / wird ihm gut gelingen.
Nicht so die Frevler: / Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
Darum werden die Frevler im Gericht nicht bestehen / noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, / der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

Dass die Menschen das Gefühl für Gut und Böse nicht verloren haben, erleben wir selbst in unserer säkularen Gesellschaft. Korruption, Mord, Diebstahl und Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden öffentlich gemacht durch die Medien, erregen zu Recht die Gemüter und beschäftigen die Justiz. Die Menschen erkennen meist, was Leben zerstört oder fördert, auch wenn ein Ausspruch des kolumbianischen Philosophen Nicolas Gomez Davila da resignierend klingen mag: „Die Sünden, die die Öffentlichkeit schockieren, sind oft weniger schwerwiegend als jene, die sie duldet.“

In seiner Enzyklika „Evangelium vitae“ – „Über den Wert und die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens“ spricht der Heilige Papst Johannes Paul II. über die „Kultur des Todes“. Der Papst richtet den Fokus auf die Missachtung des Lebens in unserer Gesellschaft, vor allem in Fragen der Abtreibung, Euthanasie und Todesstrafe, und er bezieht sich auf das persönliche Verhalten des Einzelnen einerseits und die gesellschaftlichen und rechtlichen Strukturen andererseits, die bestrebt sind, Töten gesellschaftsfähig zu machen. 27 Jahre nach Erscheinen der Enzyklika ist der Begriff von der „Kultur des Todes“ bedauerlicherweise noch um einige Facetten reicher geworden, wie Waffenproduktion, Wettlauf um Ressourcen, Umweltzerstörung, Korruption, Missbrauch, Zurückweisung von Flüchtenden und fehlende Sensibilität für Hungernde.

„Die Kultur des Todes will das Töten vom Fluch des Verbrechens befreien“, sagt der Philosoph Michael Spieker.

Dem gegenüber steht die Einladung zum Leben. Papst Johannes Paul II. schreibt in seiner Enzyklika „Evangelium vitae“: „Den zentralen Kern seines Erlösungsauftrages stellt Jesus mit den Worten vor: »Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben« (Joh 10, 10). Das Leben in Fülle ist Geschenk und entspringt aus unserer Beziehung zu Jesus, zu der er uns persönlich in der Taufe berufen hat, eine Beziehung, die über den Tod hinausreicht und in der Ewigkeit die Vollendung findet. Daran erinnern wir uns besonders in diesen Tagen, wenn wir die Gräber unserer lieben Verstorbenen besuchen und die Fürsprache der Heiligen anrufen.

Die Worte der Gospa zu betrachten lädt uns in dieser OASE Pfarrer Günter Schweifer aus Illmitz im Burgenland ein.
Wir berichten über die Medjugorje-Pilgerfahrten vieler Österreicher zum Nationalfeiertag am 26. Oktober und die Weihe Österreichs an Maria.
Auch bringen wir das bewegende Zeugnis von Weihbischof Jan Sobilo beim „Mladifest“ 2022.

Viel Freude am Lesen wünscht Ihnen

Christian Stelzer

Online Beiträge aus dieser Ausgabe

Gebetsmeinung des Hl. Vaters für November 2022

Wir beten für leidende, besonders für obdachlose Kinder, für Waisen und Opfer bewaffneter Konflikte, um Zugang zu Bildung und die Möglichkeit, Zuneigung in einer Familie zu erfahren.

Botschaft der Königin des Friedens vom 25. Oktober 2022

Liebe Kinder!

Der Allerhöchste hat mir erlaubt mit euch zu sein, und dass ich euch Freude sei und Weg in der Hoffnung, denn die Menschheit hat sich für den Tod entschieden. Deshalb sandte Er mich, um euch zu lehren, dass ihr ohne Gott keine Zukunft habt. Meine lieben Kinder, seid Werkzeuge der Liebe für all jene, die den Gott der Liebe nicht kennengelernt haben. Bezeugt froh euren Glauben und verliert nicht die Hoffnung auf die Veränderung des menschlichen Herzens. Ich bin bei euch und segne euch mit meinem mütterlichen Segen.

Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!

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