Nimm du mein Leben

Nimm du mein Leben

 

Ein Weg mit Maria zum Vater

Im Gespräch mit der OASE berichtet DDr. Gottfried Prenner von seiner lebensverändernden Erfahrung in Medjugorje und seinen Missionstätigkeiten vor allem in Osteuropa, die schließlich zur Gründung der geistlichen Gemeinschaft „Die Familie des Vaters“ geführt haben. Das Interview mit Gottfried Prenner führte Christian Stelzer.

Begegnung in der OASE

Lieber Gottfried, ich freue mich sehr, dass wir dieses Gespräch hier in der Kapelle der OASE des Friedens führen können. Du selbst kennst ja die OASE sehr gut.

Ja, ich freue mich, dass ich nach langer Zeit wieder da sein kann, weil ich am Anfang fast jede Woche hierhergekommen bin.

Kannst Du Dich noch erinnern, wann genau das war?

Das war so um 1989, 1990.

Ein Wendepunkt im Leben

Ich denke zurück, wie wir 1985, 1986 gemeinsam nach Medjugorje gefahren sind. Du hast Dich dann später trotz deiner beiden abgeschlossenen Studien entschlossen, einen ganz anderen Weg zu gehen. Kannst du uns ein bisschen erzählen, wie es dazu gekommen ist?

Das mache ich sehr gerne. Ich bin Bauingenieur von Beruf. Als junger Mensch kam ich dann in eine schwere Krise. Und in der Zeit, als meine menschlichen Pläne zerbrochen waren, habe ich gehört, dass die Mutter Gottes in Medjugorje erscheint. Das war 1983. Mich hat es tief berührt, dass ich in einer Zeit leben darf, in der Maria kommt. Lourdes, Guadalupe und Fatima – das ist schon Geschichte, obwohl natürlich die Botschaft weiterhin gültig ist. Ich hatte eine große Sehnsucht, nach Medjugorje zu fahren.

1984 hat mir der Himmel dann dieses Geschenk gemacht. Wir konnten zu dritt nach Medjugorje fahren: meine Mama, eine SOS-Kinderdorfmutter und ich. Ich kann mich so gut erinnern, als ich zum ersten Mal in die Kirche von Medjugorje gekommen bin.

Die entscheidende Erfahrung

Meine erste Frage an einen Priester, dem ich begegnet bin, war, ob ich bei der Erscheinung dabei sein darf. Er schaute mich an und sagte nur: „Nein“. Nach der hl. Messe suchte mich dieser Priester, um mir zu sagen: „Morgen“. Dieses Wort war für mich so entscheidend. Ich war von der Demut des Priesters, der mich gesucht hatte, tief berührt.

War es Pater Slavko?

Ja, es war der Pater Slavko. Und am nächsten Tag bin ich schon nach dem Mittagessen in diese Kapelle neben dem Altarraum der Kirche gegangen. Da hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Dann kam der Moment, als die Seher in den Raum eingetreten sind und auf Kroatisch zu beten begannen. Dann fielen sie auf die Knie, und plötzlich hörte man nichts mehr. Alle schauten auf einen Punkt im Raum. In dem Moment wusste ich: Jetzt ist Maria da. Ich schloss meine Augen und stellte mir vor, wie sie jetzt nur zwei Meter vor mir im Raum gegenwärtig ist. Ich habe nur einen Satz aus der Tiefe meines Herzens gesagt: „Maria, nimm du mein Leben“. Im selben Moment durchströmte mich eine unbeschreibliche Liebe, vom Kopf bis zum Fuß. Ich wusste, dass ich gefunden hatte, was ich gesucht habe: die Liebe Gottes. In diesem Geschehen gab es noch einen Moment unbeschreiblichen Glücks, so als ob ich einige Sekunden im Himmel gewesen wäre.

Die Erfahrung in dieser Kapelle hat mein Leben grundlegend verändert. Und für mich ist auch interessant: Die Mutter Gottes hat sofort begonnen, mich in ein neues Leben zu führen. Denn als ich aus der Kapelle herauskam, saß dort ein Priester, und auf dem Täfelchen vor ihm stand „Deutsch“. In der Beichte, die ich dann ablegte, erfuhr ich eine tiefe Heilung. So bin ich als neuer Mensch nach Hause gekommen.

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