Heilung von Giovanni Bosco Chang Ha

Gott öffnet Ohren und Mund

 

 

Eine Heilung auf die Fürsprache der Königin des
Friedens in Medjugorje

Gemeinsam mit Tausenden Pilgern verbrachten auch die Koreanerinnen Giovanna Lee Duk Rye und
ihre beiden Töchter Stella Bea Yeon Jae und Grazia Bae Hey Yeon den Jahresweichsel 2025/26 am
Wallfahrtsort Medjugorje. Im Interview für die OASE berichtet Giovanna über die außergewöhnliche
Heilung ihres Sohnes Giovanni Bosco Chang Ha auf die Fürsprache der Gottesmutter in Medjugorje.
Ein Beitrag von Marija und Chrisitan Stelzer

Liebe Giovanna, danke, dass Sie sich Zeit genommen haben für dieses Gespräch.
Könnten Sie sich unseren Lesern bitte vorstellen?

Mein Name ist Giovanna Lee Duk Rye, ich komme aus Korea, wo ich als Professorin für Geschichte gearbeitet habe. Vor Kurzem bin ich in Pension gegangen und bin jetzt Hausfrau.

Mein Name ist Stella Bea Yeon Jae, ich bin 35 Jahre alt und die ältere Tochter von Giovanna. Ich arbeite als Angestellte, bin unverheiratet und habe einen Universitätsabschluss in klassischer koreanischer Literatur.

Und mein Name ist Grazia Bae Hey Yeon, ich bin 32 Jahre alt und habe in Japan studiert. Derzeit mache ich ein Doktorat in Psychologie.

Giovanna:
Unsere ganze Familie stammt aus Korea. Mein Mann, Giovanni Bae Dong Sun, ist 69 und hat viele Jahre im koreanischen Gesundheitsministerium gearbeitet. Seit seiner Pensionierung betätigt er sich weiterhin als Assistent, was in Korea so üblich ist.

Wir haben drei Kinder. Das jüngste, unser Sohn Giovanni Bosco Chang Ha, wurde im Jahr 1999 geboren.

Die ersten Jahre unseres Sohnes

Als wir zum ersten Mal nach Medjugorje kamen, war unser Sohn drei Jahre alt.
Von Geburt an wirkte er gesund, kräftig und stabil. Er aß gut, war ruhig – doch eines fiel uns lange nicht auf: Er sprach nicht und reagierte kaum auf Geräusche. Es war ihm nicht möglich, richtig zu kommunizieren.
Da mein Mann und ich beide berufstätig waren, fiel uns das zunächst nicht stark auf. Auch die Großeltern, bei denen er die meiste Zeit verbrachte, sagten uns immer wieder: „Er ist gesund, er ist stark – er ist einfach etwas später dran.“
Doch mit der Zeit wurde es auffälliger. Andere Kinder in seinem Alter sprachen bereits, aber unser Sohn nicht.
Ich nahm mir eine Auszeit, ging zu Spezialisten, Ärzten und Psychologen. Wir versuchten sozusagen alles und bekamen immer die gleiche Antwort: „Er ist körperlich völlig gesund.“ Doch in meinem Herzen wusste ich: Etwas stimmt mit ihm nicht. So ging ich mit ihm ins St. John-Krankenhaus in Gwangju, wo dann eine schwere Form von Autismus diagnostiziert wurde.

Der Weg nach Medjugorje

In dieser Zeit hörte ich in einer Gebetsgruppe zum ersten Mal von Medjugorje.
Im Jahr 2002, als unser Sohn drei Jahre alt war, reiste ich mit ihm dorthin.
Schon während der Reise fiel mir auf, wie sehr er sich zurückzog. Er hatte große Angst vor Menschen, versteckte sich oft unter Tischen oder in Betten, aß kaum – manchmal den ganzen Tag nur ein wenig Milch und ein Stück Brot. Andere Pilger sagten: „Dieses Kind ist viel zu dünn – so kann es nicht weitergehen.“
Als wir im Juni 2002 in Medjugorje ankamen – zur Zeit des Jahrestages –, war es sehr heiß. In den Botschaften von Medjugorje las ich, dass die Muttergottes oft von Gebet und Fasten sprach.
Fasten hatte ich zuvor noch nie praktiziert. Doch ich begann – aus tiefer Not heraus – zu beten und zu fasten und nahm mir vor, jeden Tag mit meinem Sohn auf den Schultern, auf den Kreuzberg zu gehen. 

Die ersten Veränderungen

Da geschah etwas Unerwartetes. Bereits am zweiten Tag zeigten sich erste Veränderungen: Mein Sohn begann langsam wieder zu essen. Und zum ersten Mal sah er mir direkt in die Augen – schüchtern, aber bewusst.
Er begann auch, andere Menschen wahrzunehmen.
Dann geschah etwas Entscheidendes:
Zum ersten Mal begann er zu reagieren, wenn ich mit ihm sprach. Früher schien er mich nicht zu hören – nun verstand er plötzlich meine Worte.
Besonders auffällig war sein Verhalten bei den Kirchenglocken: Immer wenn um 6 Uhr früh oder um 18:40 Uhr die Glocken läuteten, lief er zum Balkon. Obwohl er sonst kaum auf Geräusche reagierte, spürte er genau diese Momente.
Ich konnte mit ihm nicht in die Kirche gehen, denn dort schrie er vor Überforderung, doch er begann von der Ferne, die kroatischen Marienlieder mitzusingen.
Bald konnte er sie auswendig. Ich bekam Gänsehaut, wenn ich ihm zuhörte.
Eines Tages, als ich mich müde in unserem Hotelzimmer ausruhen wollte, saß er neben mir und zeichnete etwas. Dabei begann er leise, das „Ave Maria“ Wort für Wort auf Kroatisch mitzusingen. Er war damals erst drei Jahre alt.

Mein Gelübde

In dieser Zeit kniete ich oft vor der Marienstatue und sagte: „Gospa, du hast uns gerettet.“ Und ich versprach ihr, jedes Jahr mit meinem Sohn wieder hierher zurückzukommen, um ihr zu danken.
Unser Sohn war nicht sofort vollständig geheilt, aber von diesem Moment an begann ein kontinuierlicher Heilungsprozess.
Er begann zu sprechen, lernte Gebete auswendig, sogar ganze Bibelstellen – und das, obwohl er noch nicht lesen konnte.
Zuhause lernte er dann sehr schnell zu lesen, lange noch bevor er in die Schule ging.

Schulzeit und innere Kämpfe

Trotz seiner Intelligenz und Sensibilität blieb er sozial sehr zurückgezogen.
In der Schule wurde er oft ausgegrenzt. Er litt darunter sehr – vom Kindergarten bis zur Oberstufe. Doch er war klug und schaffte den Eintritt in die Universität mit sehr guten Noten.
Zuerst studierte er Soziale Kommunikation, später wechselte er zu Alter Geschichte und Altertumskunde. Trotzdem sagte er: „Das ist nicht mein Platz.“

Der weitere Weg

Giovanni Bosco pilgerte allein und zu Fuß durch ganz Korea – zu den Heiligtümern der Märtyrer.
Später entschied er sich, für sechs Monate in die Gemeinschaft Cenacolo zu gehen, um sich für sein Leben innerlich vorzubereiten und zu stärken.
Nach dieser Zeit sagte er zu mir:
„Mama, ich möchte arbeiten und mein eigenes Geld verdienen.“ So arbeitete er erstmals in seinem Leben in einem Restaurant.
Kurz darauf hatten wir gemeinsam einen schweren Autounfall. Das Auto war ins Schleudern geraten und gegen einen Laternenmast geprallt, der dadurch zwischen uns eindrang. Obwohl die Front des Autos völlig zerstört war, blieb unser Sohn vollkommen unverletzt. Ich selbst erlitt zwar mehrere Knochenbrüche, aber ich dankte Gott aus ganzem Herzen, dass wir am Leben geblieben sind.

Militärdienst und Reife

In Korea gibt es einen verpflichtenden Militärdienst. Da man unseren Sohn Jahre davor bereits als schwer autistisch eingestuft hatte, wäre er davon befreit worden. Doch er selbst sagte von sich: „Ich will ehrlich sein: Ich bin geheilt und gehe zum Militär.“
So absolvierte er schließlich den Dienst bei der Luftwaffe. Dort fand er zum ersten Mal wahre Freunde – und auch einen Priester, der ihn seither geistlich begleitet. Zu mir sagte er: „Mama, die Gospa hat mich dorthin geschickt.“

Die Früchte

Unsere ganze Familie ist durch dieses Zeugnis im Glauben gewachsen.
Viele Verwandte, Nachbarn und sogar ganze Gruppen aus unserer Stadt kommen nach Medjugorje. Auch wir kommen jedes Jahr zurück – als Dank. Das ist für uns alle sehr wichtig.
In Korea bereiten sich die meisten jungen Menschen, die nach der Schule auf die Universität gehen wollen, ein Jahr lang mit teuren Kursen auf den Aufnahmetest vor. Unsere Kinder entschieden sich bewusst dafür, diese Vorbereitungskurse nicht zu besuchen und ihr Geld für die Reise nach Medjugorje zu sparen. Und wie durch ein Wunder schafften sie auch die Aufnahme auf gute Universitäten.
Wir können in unserer Familie bezeugen, dass die Pädagogik der Gospa, die aus Vertrauen, Geduld und Treue besteht, uns geführt hat, wofür wir nicht genug danken können.

Interview mit Giovanna Lee Duk Rye: OASE, im Dezember 2025

Giovanni Bosco Chang Ha

Stella Bea Yeon Jae, Giovanna Lee Duk Rye, Grazia Bae Hey Yeon