„Die Gottesmutter liebt uns“

Beiträge aus Oase des Friedens

„Die Gottesmutter liebt uns“

Zeugnis von Father Leon Pereira, Kaplan für die englischsprachigen Pilger in Medjugorje

Zu meiner Person

Als ich vor Kurzem in Amerika war, um über Medjugorje zu sprechen, kündigten sie mich an: „Das ist Father Leon aus Medjugorje.“ Dann haben mich alle fragend angeschaut, als wollten sie sagen: „Er sieht aber nicht aus wie ein Kroate.“

Ich bin in Singapur geboren und aufgewachsen und kam im Alter von 21 Jahren zum Studium nach England, wo ich dann auch geblieben bin. Seit drei Jahren bin ich nun in Medjugorje. In Singapur leben hauptsächlich Chinesen – 85 Prozent der Bevölkerung sind Chinesen. So bin auch ich am ehesten ein Chinese.

Freunde von Medjugorje in Singapur

Von Medjugorje haben wir in Singapur bereits bald nach Beginn der Erscheinungen gehört. Ein Ehepaar kam im Jahr 1985 nach Medjugorje, und sie haben dann jedem davon erzählt – ihrer Familie und ihren Freunden. Jeden Samstag hielten sie Vorträge. Und es kamen immer mehr Zuhörer, bis zu 2000 Menschen jeden Samstag innerhalb weniger Monate, sodass ein Hörsaal gemietet werden musste.

Medjugorje hat die ganze Erzdiözese verändert

Folglich begannen die Leute in Singapur zu fasten und den Rosenkranz zu beten und nach der Eucharistischen Anbetung zu fragen. Eine der Pfarren hat sogar eine immerwährende Anbetung eingerichtet – 24 Stunden jeden Tag. Als sie damit anfingen, wollte es auf einmal jeder nachmachen. In Singapur gibt es dafür ein eigenes Sprichwort, das so viel heißt wie: „Man will immer das haben, was der andere auch hat.“ Als eine Pfarre die immerwährende Anbetung hatte, wollten auch andere Pfarren damit beginnen. So hat sich die gesamte Insel verändert (Sie müssen wissen, unser Land ist eine Insel). Der damalige Erzbischof sagte: „Medjugorje hat meine Erzdiözese verwandelt.“ Von diesem Hintergrund komme ich. Und ich habe immer an die Echtheit der Erscheinungen in Medjugorje geglaubt.

Durch Medjugorje habe ich zum katholischen Glauben gefunden

Im Alter von 17 Jahren hatte ich eigentlich keine Glaubenszweifel. Ich traf mich mit einer Gruppe junger Christen, die glücklich die Hände hin und her bewegten und klatschten – heute finde ich es schöner, wenn gregorianische Choräle gesungen werden.
Durch Medjugorje habe ich aber wieder zurück zum katholischen Glauben gefunden. Das ist für mich sehr wichtig zu betonen. Denn durch die Gottesmutter Maria habe ich wieder begonnen, den katholischen Glauben zu leben.

Mein Glaubensweg ist eine lange Geschichte. Damals war mein bester Freund ein Methodist – ich bin nun sein Taufpate. Er war neugierig auf Medjugorje – auf eine Weise, wie man auch Ufos und Aliens interessant finden würde. Und es gab ein buddhistisches Mädchen in meiner Klasse, das in den Rosenkranz verliebt war. Das hat mir zu denken gegeben: „Warum will eine Buddhistin den Rosenkranz beten?!“ Sie hat mir dann beigebracht, den Rosenkranz zu beten, und ist jetzt selber katholisch. Auch sie ist Teil meines Glaubensweges als Katholik.

In Singapur müssen alle Burschen nach der Schule zum Heer. So war ich zweieinhalb Jahre beim Militär und habe mir in dieser Zeit meine Wirbelsäule an zwei Stellen gebrochen, am neunten und elften Brustwirbel, sodass ich Metallschrauben bekommen musste.

Über Zeichen und Wunder

Viele Menschen, die nach Medjugorje kommen, hoffen auf ein Zeichen. Und wirklich geschehen hier viele kleine Zeichen. Einer meiner Vorgänger, Pater Philipp, nannte diese Zeichen „süße Küsse vom Himmel“ – eine drehende Sonne, Rosenkränze, die sich in Gold verwandeln, oder ein Rosenduft.
Was ich dazu sagen möchte: Ein Zeichen zeigt immer auf ein Ziel. Ein Wegweiser nach Dubrovnik ist nicht Dubrovnik. Wenn man nach Dubrovnik möchte und das Zeichen dorthin sieht, sagt man auch nicht: „Endlich bin ich in Dubrovnik.“
Wenn wir also ein Zeichen sehen, dann ist das nicht das Ziel.
Wie sieht das Sonnenwunder aus? Wie eine große Hostie, oder? Worauf weist uns das hin? Es sagt: „Geht zur hl. Messe und hört auf, die Sonne anzustarren.“
Wenn sich der Rosenkranz in Gold verwandelt, sagt uns dies: „Das Gebet des Rosenkranzes ist mächtig. Es ist noch wertvoller als Gold. Betet den Rosenkranz.“ Es heißt nicht, dass wir magische Finger haben.
Wenn wir intensiven Rosenduft auf unerklärliche Weise wahrnehmen, dann vermute ich, dass dies bedeutet, dass die Gottesmutter anwesend ist.
Wie der Name schon sagt: Rosenkranz. Vielleicht soll uns das sagen: „Betet öfter den Rosenkranz.“ Das Zeichen ist aber nicht das Ziel. Wenn wir beim Zeichen stehen bleiben, verlieren wir unser Ziel.

Voriges Jahr zu Weihnachten war ich nach der Messe draußen vor der kleinen Kapelle, und eine Frau gab mir eine Rose, die aus Plastik war. Plötzlich roch ich einen starken Rosenduft. Ich dachte zuerst, das ist ein Duft von Dolce & Gabbana oder so. Das war es aber nicht. Die Rose selbst roch nach nichts. Als ich das erlebt habe, dachte ich: Wow, solche Zeichen passieren wirklich! Aber, wie schon gesagt, sie sind nicht das Ziel.

Die Eucharistie – Leib und Blut

In Medjugorje gibt es zwei Zeichen, die unübertrefflich sind. Kein anderes Zeichen kann jemals stärker sein. Es sind die Eucharistie und die Beichte. Und warum sind diese Zeichen unübertrefflich?
Die Eucharistie ist das Zeichen von Leib und Blut Christi und sie ist selbst Leib und Blut Christi. Was könnte besser als Jesus sein? Nichts!
Die Beichte ist ein Zeichen für Gottes Vergebung und sie ist die Vergebung Gottes. Was kann besser sein als das? Nichts!
Nichts kann jemals diese beiden Zeichen von Medjugorje übertreffen. Nichts kann jemals besser sein als diese beiden „Zeichen“ von Medjugorje.

Meine persönliche Geschichte mit Zeichen und Wundern

Im Jahr 1991 bin ich mit 20 Jahren zum ersten Mal nach Medjugorje gekommen – ich war beim Militär und hatte zwei Wirbeln gebrochen und war mit einer Gruppe aus Singapur unterwegs. Wir taten, was P. Slavko uns gesagt hatte, dass wir tun sollten: Wir beteten in der Kirche, gingen auf den Kreuzberg und beteten den Kreuzweg, gingen auf den Erscheinungsberg und beteten den Rosenkranz und sind den Sehern nicht hinterher gelaufen – so wie P. Slavko es uns gesagt hatte. An meinem vorletzten Tag in Medjugorje gingen mein Freund Kevin – er ist ein Jahr jünger als ich – und ich in Richtung Kreuzberg. Es war vier Uhr Früh. Plötzlich erschien ein Licht auf dem Berg. Wir waren ganz still und schauten es an und fragten uns, was das war. Dann stiegen wir auf den Berg zu und beteten den Rosenkranz. Als wir allmählich näher kamen, sahen wir genau, wie es aussah. Wir sprachen nichts miteinander und sagten auch später keinem, was wir gesehen hatten. Manche in der Gruppe waren neugierig und fragten: „Habt ihr etwas gesehen?“ Wir sagten nur: „Wir haben ein Licht auf dem Berg gesehen.“ Und nichts mehr. Als wir dann zurück in Singapur waren, fragte ich Kevin: „Erinnerst du dich an diesen Morgen?“ Er gab mir zur Antwort: „Wie könnte ich es vergessen?“ Ich sagte: „Bevor wir einander beeinflussen, schreiben wir nieder, was wir gesehen haben, und vergleichen es.“ Wir beschrieben genau dasselbe. Das Licht hatte die Gestalt eines jungen Mädchens. Es war ungefähr 16 Jahre alt und trug einen Schleier, der vom Kopf herabfiel. Das Mädchen hatte schmale, straffe Schultern, trug ein schlichtes Kleid und hielt die Hände so, wie ich es von Bildern der „Unbefleckten Empfängnis“ kannte. Aber es glich weder einer Statue noch einem Bild der Gottesmutter, das ich kannte. Dann sind wir wieder auf den Berg gestiegen und hofften, dass sie auf dem Gipfel sein würde. Nach drei Vierteln des Weges schauten wir uns um und erblickten sie auf dem Erscheinungsberg, dort, wo heute die Statue der Gottesmutter steht. Die Hände waren in derselben Position, und sie schaute in Richtung Kirche. Ein junges Mädchen, geformt aus orangem, goldenen Licht. Absolut schön! Am Gipfel des Berges war ein Paar aus Florida – die beiden schienen nichts gesehen zu haben. Wir verrieten nichts und sagten nur sehr vage: „Wir haben ein Licht gesehen.“

Dann kamen wir vom Berg herunter und gingen in die Kirche. Es war gegen acht Uhr, die kroatische Hl. Messe war bereits zu Ende, und in der Kirche befanden sich in diesem Moment nur Kevin, der die Fenster fotografierte, ein Pater, der uns beobachtete, und ich. Bei der Statue der Gottesmutter fragte ich mich, was da passiert war. Was ist der Sinn des Ganzen? Dann geschah die zweite Hälfte: Da war eine Stimme in meinem Inneren.
Ich hatte also ein schönes, junges Mädchen am Morgen des 11. Septembers 1991 zwischen vier und sechs Uhr morgens auf dem Kreuzberg gesehen. Und ich vernahm jetzt die Stimme einer Frau in meinem Inneren. Die Heilige Teresa sagt: Stimmen in uns können von Gott oder vom Teufel sein oder unserer Einbildung entspringen. Ich wusste nicht, woher die Stimme kam. Aber ich glaube nicht, dass der Teufel solche Dinge sagt, und ich glaube nicht, dass ich eine so gute Fantasie habe.
Die Stimme beschrieb mir mein Leben und wies mich auf meine Sünden hin. Ich kann nur sagen: Auch jede Sünde, die wir mit der Zunge begehen, zählt. Jedes Wort, mit dem wir jemanden niedermachen, jeder schlechte Kommentar!
Sie sagte: „Du bist glücklich, weil du mich gesehen hast.“ „Ja, ich freue mich. Wer bist du?“, antwortete ich. Sie entgegnete: „Ich bin deine Mutter, die Muttergottes. Ich möchte, dass du den Menschen sagst, dass ich ihre Mutter bin und dass ich sie liebe.“
Während sie das sagte, fühlte ich alles, was sie sagte. Als sie sagte „Ich bin ihre Mutter“, meinte sie, dass sie so fühlt, als hätte sie jede und jeden Einzelnen von uns selbst geboren. So sieht sie uns. Sie sieht uns an und ist überzeugt, dass wir wundervoll sind, so als wäre jeder von uns ihr einziges Kind auf Erden. So sieht sie uns an.
Als sie die Worte sagte: „… und dass ich sie liebe“, wurde ich zugleich mit dieser Liebe erfüllt. Sie umarmte meine Seele – und sie will auch euch umarmen. Ich fühlte mich, als wäre ich außer mir und stammelte: „Natürlich werde ich das allen sagen.“ Aber am liebsten wäre ich in diesem Moment gestorben. Ich dachte mir, das ist so schön, warum noch Zeit auf dieser Erde verschwenden. Da fragte sie mich: „Möchtest du nicht leben, um mir zu helfen?“ Ich sagte: „Ok. Dann mache ich es. Aber du hilf mir, dass es sich auszahlt.“ Als ich das sagte, lächelte sie.
Da dachte ich, dass ich das vielleicht besser nicht hätte sagen sollen. Dann erklärte sie mir: „Es wird der Tag kommen, an dem du bereuen wirst, dass du mich gesehen hast.“ „Nein“, sagte ich. „Wie kann das jemals geschehen? Es ist wunderbar.“ Sie sagte: „Es wird der Tag kommen, an dem du leugnen wirst, mich gesehen zu haben.“ Als sie das sagte, dachte ich an die Verleugnung des Petrus.
Alles aber kam, wie sie es gesagt hatte. Fünf Jahre später war ich an einer Medizinischen Fakultät in England. Und ich weiß, dass ich in einem Moment wirklich sagte: „Ich wünschte, ich hätte dich niemals gesehen.“ In England spotten viele Menschen über Medjugorje. Sie nennen es „Make a forgery“ – „eine Fälschung machen“, und ich habe mit ihnen gelacht, weil ich ein Feigling war.

Sie fragte mich, ob ich bereit sei zu leiden. Ich sagte Ja. Sie zeigte mir, wie ein großes Leid über die Kirche kommt, in der viele Katholiken nach ihren eigenen Überzeugungen handeln und dabei denken, dass diese mit Jesu Geist übereinstimmen, obwohl es nicht so ist und sie Jesus den Rücken zuwenden. Und sie werden fragen: „Hat Jesus das wirklich so gesagt? Er hat es doch so nicht gemeint.“ Ich weiß nicht, worum es geht. Aber ich weiß, dass es kommen wird und dass es schrecklich sein wird.

Ich erklärte ihr meine Probleme, und sie sagte mir, dass ich Jesus mein Herz, mein ganzes Leben übergeben und mit einem starken Glauben beten solle. Danach sagte sie, dass ich sie nicht mehr sehen würde, aber dass sie in meiner Sterbestunde kommen werde, wenn ich ein gutes Leben lebe. Dann war das Gespräch mit ihr zu Ende. Ich dachte, wir hätten vier Stunden gesprochen, auf meiner Uhr waren es aber weniger als 20 Minuten. Es war eine sehr freuderfüllte Zeit.

Die Gottesmutter liebt uns

Ich bin weder ein Seher noch sonst jemand Besonderer. Aber ich bitte euch, mir zu glauben, dass die Gottesmutter uns liebt. Das ist wirklich wichtig: Glauben wir daran, dass die Gottesmutter uns unendlich liebt. Sie schaut jeden von uns an, als wäre er einzigartig, wundervoll, ihr einmaliges Kind. Das sage ich, weil ich es von ihr selbst gehört habe und nicht aus mir heraus. Glauben wir daran – die Gottesmutter liebt uns!



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