Der Geist von Medjugorje bewegt die Herzen von Gläubigen in Tschechien

Eine Begegnung in Trebic – Aus dem Reisetagebuch von Milona von Habsburg

Es war der 24. November 2017. Vor genau 17 Jahren verstarb Fra Slavko Barbaric. Dieses Jahr war es wieder der Freitag vor dem Christkönigsfest, genau wie damals, als uns alle die Nachricht von seinem Tod erreichte. Mit unserer kleinen Tochter Clara flog ich sofort von Paris los, um dann in Zagreb neun Stunden lang zu warten. Die Bura wehte in Split. Einige Trauergäste aus England trafen auch ein, und wir verbrachten die Zeit gemeinsam am Flughafen. Es war wie ein schlechter Traum, aus dem wir aufzuwachen hofften…

Seit der bewegenden Beerdigung von Fra Slavko habe ich es nie wieder geschafft, an seinem Gedenktag in Medjugorje zu sein. Ich wünschte es mir jedes Jahr. Immer war ich unterwegs um zu dienen. Ich denke inzwischen, dass das sicher genau dem Wunsch von meinem „Chef“ entspricht. Das ist sein Testament in meinem Leben. Er hat immer gebetet und gedient. Immer, immer, immer. Sicher würde er sich nicht freuen, wenn ich gerührt am Krizevac säße und eine Einladung abgesagt hätte, Zeugnis zu geben. Ich würde mir gerne eine erneute Gnade der Begegnung von Fra Slavko erbitten und besonders an seinem Todestag wünschen. So geschieht es vielen Menschen. Mir nicht. Ich durfte 11 Jahre an seiner Seite sein und diesen Diener Gottes und der Menschen begleiten und Zeuge seiner Unermüdlichkeit werden. Er erwartet das genauso von mir. Manchmal bin ich versucht, mir zu wünschen, was andere erfahren. Ich habe aber eben seine Schule während seiner Pilgerfahrt auf der Erde angenommen und mitgemacht. Diese Treue schulde ich ihm.

In diesem Jahr kamen Milos, Mila und Josef aus der Tschechischen Republik mich in Medjugorje abzuholen. Diese Freunde verbreiten Mary’s Meals in ihrem Land. Sie hatten einen Abend in der Sankt-Martin-Kirche in Trebic geplant. 12 Stunden dauerte die schöne Reise. Wir beteten viel. Es war mein erster Besuch in diesem Land. Fra Slavko hatte mir vor vielen Jahren zutiefst bewegt von seinem Besuch dort erzählt. Er war so beeindruckt vom Mut der Gläubigen und ihrem schweren Leben.

St. Martin ist eine sehr schöne Kirche. Weiße Wände und der frisch restaurierte Altar laden zum Gebet ein. Eine warme Freundschaft kam mir entgegen. Während meines Zeugnisses sprach ich viel von Fra Slavko und seinem Weg. Dauernd kamen mir neue Erinnerungen hoch. Ich wunderte mich schon, wie sehr er gegenwärtig war. Natürlich verknüpfte sich der Weg von Pater Slavko mit dem Weg der MacFarlane- Barrows, mit Craig Lodge, Magnus und Mary’s Meals.

Nach dem Gebetsabend kam ich mit vielen Menschen ins Gespräch. Eine Dame sagte mir, dass Fra Slavko vor vielen Jahren in der Kirche St. Martin in Trebic gewesen war. Die Dame war damals seine Übersetzerin und hatte einen Stapel an schönsten Fotos mit Fra Slavko mit dabei. Da hatte ich mein Krizevac Erlebnis. Welch eine Ehre, mit seinen Freunden im Gebet zu sein und an ihn zu denken! Ihm hatte diese Reise sehr viel bedeutet. Heute darf ich in seinen Fußstapfen gehen und mit seiner Hilfe und Fürbitte die Menschen erfreuen.



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