„Liebe Kinder! Möge diese Zeit für euch eine Zeit des Gebets und des Fastens sein. Meine lieben Kinder, kehrt in Liebe zu Gott zurück, der euer Friede ist. Ich bin bei euch, meine lieben Kinder, und ich liebe euch mit meiner mütterlichen Zärtlichkeit. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.
(Mit kirchlicher Genehmigung)
„Möge diese Zeit für euch eine Zeit des Gebets und des Fastens sein. Meine lieben Kinder, kehrt in Liebe zu Gott zurück, der euer Friede ist Gott zurück, der euer Friede ist.“
Heute ist es jedem klar: Die Welt befindet sich in Aufruhr (Unruhe). Aufruhr gab es schon immer, doch heute ist die Gefahr für das Überleben der Welt und der Menschheit größer, weil die Macht der Waffen zugenommen hat und weil Politiker glauben, Frieden ließe sich gerade mit Waffen erreichen. Dabei vergessen sie die alte Wahrheit: Gewalt erzeugt Gewalt.
Die Königin des Friedens weist uns seit 45 Jahren einen anderen Weg zum Frieden. Sie sagt: „Kehrt zu Gott zurück.“ Anders ausgedrückt: Gebt eure bisherigen Wege der Konfliktlösung und Friedenssuche auf, denn sie führen euch in die Irre. Nur in der Rückkehr zu Gott findet ihr wahren Frieden.
Man glaubt gemeinhin, der moderne Mensch sei hoch entwickelt. Betrachtet man den technologischen Fortschritt und die wissenschaftlichen Erkenntnisse, so stimmt das. Doch die entscheidende Frage bleibt: Hat sich der Mensch, der Wissenschaft und Technologie entwickelt hat, selbst weiterentwickelt? Hat sich der Mensch, der gefährliche Waffen wie Atomwaffen kontrolliert, weiterentwickelt?
Indem die Muttergottes uns zur Umkehr aufruft, lehrt sie uns, dass nicht derjenige wirklich fortgeschritten ist, der trotz des Bewusstseins des falschen Weges weiter „fortschreitet“, sondern derjenige, der erkennt, dass er in die Irre geht und fähig ist, umzukehren und vom falschen Weg auf den richtigen zurückzukehren. Nur ein solcher Mensch ist wirklich fortgeschritten. Und Gebet und Fasten sind Wege der Umkehr und der Rückkehr zu Gott.
Die Bedeutung der Rückkehr zu Gott ist klar: Denn in Gott ist wahrer Friede. Doch ein Wort der Muttergottes fällt uns besonders auf: „Kehrt in Liebe zu Gott zurück.“ Warum ist dieses Wort „in Liebe“ für die Muttergottes so wichtig? Was möchte sie uns damit sagen? Genügt es nicht, einfach zu Gott zurückzukehren?
Denken wir daran, dass die Muttergottes mit dem Aufruf zum Gebet stets hinzufügt: „Betet mit eurem Herzen“, und mit dem Fasten meint sie immer: „Fastet mit eurem Herzen“. Warum ist das so wichtig?
Denken wir an Jesu Warnung: „Es kommt die Stunde, da jeder, der euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst.“ (Johannes 16,2) Er tötet andere, weil er meint, Gutes zu tun und damit Gott zu gefallen. Wie weit ist ein solcher Mensch von Gott entfernt! Doch das Problem ist, dass er in seiner Blindheit glaubt, Gott nahe zu sein, dass er ihm nicht näher sein kann. Was für ein falsches Gottesbild! Man kann man nur deshalb so falsch liegen, wenn das eigene Gottesbild falsch ist! Und wenn man sich nicht selbst hinterfragt und korrigiert!
Die Brüder Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, verhielten sich ähnlich. Als sie in einem samaritanischen Dorf nicht aufgenommen wurden, sagten sie zu Jesus: „Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie verzehrt?“ (Lukas 9,54) Um diejenigen zu vernichten, die nicht auf ihrer Seite stehen! Es ist kaum zu glauben, dass wir diese Worte aus dem Mund von Jesu Jüngern hören. Doch es ist wahr, denn es ist durchaus möglich, Jesus zuzuhören und ihn doch nicht zu hören, ihn zu schauen und ihn doch nicht zu sehen. Sie leben mit Jesus, sie sind nah an seinem Körper, aber nicht nah an seinem Herzen. Äußerlich sind sie ihm nah, innerlich aber meilenweit von seinen Absichten entfernt.
Nun verstehen wir, warum Jesus, indem er den Propheten Jesaja zitierte, vor denselben Jüngern sprach: „Jesaja hat treffend über euch Heuchler geweissagt, als er euch schrieb: ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.‘“ (Markus 7,6)
Nun verstehen wir, warum die Muttergottes nach den Worten „Kehrt zu Gott zurück“ hinzufügt: „in Liebe“. Denn wir können auch nur äußerlich zu Gott zurückkehren, nicht aber in Liebe. Wir können beten und fasten und dennoch ruhelos sein. Wir können Jesu Worte hören: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“ (Johannes 14,27), und dennoch keine Menschen des Friedens sein.
Rabbi Pinhas stellte seinen Jüngern eine scheinbar einfache Frage: „Wann endet die Nacht und wann beginnt der Tag?“ „Wenn ist es hell genug, um einen Hund von einem Schaf zu unterscheiden“, sagte einer. „Wenn wir eine Eiche von einem Feigenbaum unterscheiden können “, dachte ein anderer. „Nein“, antwortete Rabbi Pinhas. „Die Nacht endet und der Tag beginnt in dem Moment, in dem wir unseren Bruder oder unsere Schwester im Angesicht eines Menschen erkennen können. Solange wir dazu nicht fähig sind, ist es noch Nacht.“
Warum sehen die Menschen, die Jesus in Zachäus’ Haus gehen sehen, in ihm nichts anderes als einen Sünder? Weil in ihnen Nacht herrscht, und in der Nacht kann man nicht oder nicht gut sehen. Als Jesus das Zollhaus betrat, bekehrte sich Matthäus, der Zöllner, und lud Jesus, die Jünger und andere zu einem Essen ein. Warum konnten die Pharisäer und Schriftgelehrten (die Gläubigen) nichts Gutes in Jesu Geste erkennen? Weil in ihnen Nacht herrschte. Warum kann ein Gläubiger nichts Gutes oder Positives in einem anderen Menschen sehen? Weil es in diesem anderen Menschen nichts Gutes gibt oder weil in demjenigen, der ihn betrachtet, Nacht herrscht? Warum ist jemand, obwohl er gläubig ist, unzufrieden? Weil er nicht genug zum Leben hat und nichts tun kann, oder weil es in ihm noch Nacht ist und er nicht sieht, was er hat, sondern nur, was ihm fehlt? Wenn ein Gläubiger nicht vergeben kann, wenn er mit jemandem im Konflikt steht, was ist dann in ihm, wenn nicht Nacht? Warum war das Gebet des Pharisäers, der im Tempel betete, zweimal die Woche fastete und Almosen gab, für Jesus nicht annehmbar? Lag es nicht daran, dass es in ihm Nacht war? Er hielt sich selbst für gerecht – ist das nicht ein Zeichen dafür, dass es in ihm Nacht war? Und in anderen sah er nichts als Sünder. Eine noch größere Nacht.
Selbst wenn wir beten und fasten, kann die Dunkelheit in unseren Herzen bleiben. Deshalb möchte die Muttergottes, dass wir beten und fasten, damit wir „in Liebe“ zu Gott zurückkehren können. Liebe im Herzen zu tragen bedeutet, Licht zu haben und in jedem Menschen einen Bruder oder eine Schwester zu sehen.
Die Schlussfolgerung ist klar: Die Muttergottes möchte, dass wir durch Gebet und Fasten zu Gott, der Quelle des Friedens, zurückkehren. Doch bei dieser Rückkehr soll sich eine Wandlung in unseren Herzen vollziehen, sodass das Licht die Dunkelheit vertreibt und die Liebe jeden dunklen Gedanken, alle negativen Gefühle und Entscheidungen beseitigt. Ohne diesen inneren Prozess können wir keine Menschen des Friedens sein.
„Ich bin bei euch, meine lieben Kinder, und ich liebe euch mit meiner mütterlichen Zärtlichkeit.“
Während die Mutter uns zur Rückkehr zu Gott in Liebe aufruft, kann sie uns weder besser helfen noch uns eine bessere Gewissheit geben als durch ihr eigenes Beispiel: „Ich bin bei euch und ich liebe euch.“ Sie ist in unseren Unruhen bei uns. Und sie liebt uns, die wir in Unruhe sind. Ihre Gegenwart und ihre Liebe ermöglichen uns Frieden. Viele Menschen aus aller Welt, die mit den unterschiedlichsten Sorgen nach Medjugorje gekommen sind, bezeugen dies.
Diesen Weg sollten wir gehen: Durch Gebet und Fasten mit dem Herzen (in Liebe), kehren wir zu Gott, der Quelle des Friedens, zurück, damit auch wir, wie die Mutter Maria, jene lieben können, die im Unfrieden sind. So wird sich der Friede ausbreiten: Mit der Hilfe der Muttergottes zu uns und durch uns zu anderen.

