Botschaft, 25. März 2026

„Liebe Kinder! Das Gift des Egoismus und des Hasses beherrscht die menschlichen Herzen und deshalb habt ihr keinen Frieden. Ich rufe euch auf, meine lieben Kinder: Seid Liebe und meine ausgestreckten Hände für alle jene, denen ihr begegnet. Betet in Demut für den Frieden und arbeitet an der Versöhnung unter den Menschen, damit es jedem Menschen auf Erden gut ergehe. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“

(Mit kirchlicher Genehmigung)

Die Botschaft der Königin des Friedens im Licht der Kirchenväter

„Liebe Kinder! Das Gift des Egoismus und des Hasses beherrscht die menschlichen Herzen, und deshalb habt ihr keinen Frieden.“

Die Muttergottes benennt hier eine Wahrheit über den Menschen, die in der geistlichen Tradition immer wieder ausgesprochen wurde. Der Friede, von dem hier die Rede ist, hat mit dem Zustand des Herzens zu tun. 

Wir sind versucht, den Grund für unseren Unfrieden oft im Außen zu suchen, in anderen Menschen und in Umständen. Vielleicht sind wir auch versucht, bei diesem ersten Satz der Botschaft zuerst an das Weltgeschehen zu denken, was auch eine Wichtigkeit hat. Es herrscht Krieg und Hass an verschiedensten Front, die Weltpolitik scheint voll von Egoismus. 

Sich selbst durchleuchten lassen

Doch ich glaube, wer die Botschaften schon länger verfolgt, weiß, dass die Muttergottes uns immer wieder aufruft, uns persönlich durchleuchten zu lassen. Sie möchte keine Angst oder Stress wegen Weltpolitik hervorrufen. Sie spricht persönlich zu unseren Herzen. 

Das Bild des Gifts ist deutlich: Hass und Egoismus sind keine harmlosen Regungen, sondern Kräfte, die das Innere des Menschen durchdringen und vergiften können. Wo sie Raum gewinnen, wird der Friede verdrängt. 

Weisheit der Wüstenväter

Die geistliche Tradition bestätigt diese Einsicht. Bekannt für tiefe und klare Einsichten über das menschliche Herz sind die Wüstenväter. Der heilige Johannes Cassian war ein Mönch aus dem vierten Jahrhundert, der selbst eine Zeit lang als Einsiedler in der Wüste gelebt hat und den Auftrag erhielt, Regeln für das Zusammenleben von Mönchen zu schreiben und dafür viele Weisheiten der Wüstenväter und frühen Kirchenväter dafür zusammengetragen hat. Er formulierte ganz ähnlich:

“Die Ursache unserer inneren Unruhe entspringt nicht aus dem Fehler unserer Brüder, sondern aus unserer eigenen Ungeduld.” Und er spitzt es noch etwas zu: “Du glaubst, der andere hat deinen Hass verursacht. In Wahrheit hat er oft nur gezeigt, was schon in dir war.” Wenn wir meinen, der andere habe unseren Unfrieden „verursacht“, dann übersehen wir leicht, dass äußere Anlässe oft nur sichtbar machen, was bereits im Inneren vorhanden ist. Ungeduld, verletzter Stolz oder mangelnde Bereitschaft zur Nachsicht tragen wir häufig schon in uns, bevor eine konkrete Situation sie hervorruft. Das Verhalten des anderen wirkt dann wie ein Auslöser. Diese Sichtweise relativiert nicht das Fehlverhalten anderer. Cassian geht es nicht darum, Unrecht zu leugnen oder zu entschuldigen. Vielmehr richtet er den Fokus auf die geistliche Ordnung des eigenen Herzens. Entscheidend ist nicht nur, was uns widerfährt, sondern wie wir innerlich darauf antworten. 

Als Antwort ermutigt er vor allem zum Loslassen. Loslassen können, von dem, was uns in Unruhe gebracht hat, das ist ein wichtiger Schritt, um wieder zu Frieden im Herzen zu kommen.

“Der Hass soll vollständig aus dem Herzen ausgerissen werden – nicht nur die Vergeltung, sondern selbst das Festhalten an der Erinnerung des erlittenen Unrechts.”Und: “Demut kann unmöglich erworben werden ohne Loslassen/Verzicht.“

„Achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.” (Phil 2,3)

Werfen wir noch einen Blick auf den heiligen Paulus. Denn Paulus hat die Aufgabe bekommen, christliche Gemeinden zu gründen und zu betreuen und kannte offenbar das Problem zu kennen, dass überall dort, wo Menschen zusammenkommen, Neid, Missgunst, Ärger, Groll und Misstrauen entstehen. Manchmal, besonders dort, wo echte Gemeinschaft entsteht, wo christliche Gemeinden, Freunde oder Familie zusammenkommen, sind wir oft besonders herausgefordert. Zur Kassiererin an der Supermarktkasse freundlich zu sein fällt uns oft noch leicht, doch wer uns am nächsten steht, bringt den Frieden in unserem Herzen oft ganz schön durcheinander.

Paulus ermahnt die Philipper, eines Sinnes untereinander zu sein und er sagt ihnen auch, wie das geht: “In Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst. Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.” (Phil 2:3)

Was bedeutet es, den anderen höher einzuschätzen als sich selbst? Damit ist sicherlich nicht gemeint, sich selbst abzuwerten. Sondern ich glaube, damit wird genau der Punkt getroffen. Es geht darum, den anderen für seine Eigenschaften, die ich nicht verstehe, nicht abzuwerten. Das Gute zu sehen in meinem Nächsten, mich über ihn, sein Glück und Wohlergehen zu freuen. Dies wirkt dem Egoismus entgegen, bei dem ich mich nur über mein eigenes Wohlergehen freue. Den anderen zu schätzen für seine Person, das ist Liebe und wirkt dem Hass entgegen. 

Ich rufe euch auf, meine lieben Kinder: Seid Liebe und meine ausgestreckten Hände für alle jene, denen ihr begegnet.

Mit diesen Worten bekommen wir eine konkrete Sendung. Der Christ ist nicht nur dazu gerufen, das eigene Herz zu ordnen, sondern auch dazu, in der Welt wirksam zu werden. Die Muttergottes verwendet dafür ein sprechendes Bild: Wir sollen ihre „ausgestreckten Hände“ sein.
Dieses Bild macht deutlich, dass Gott durch Menschen handelt. Die Liebe bleibt nicht abstrakt, sondern wird sichtbar in konkreten Gesten: im Zuhören, im Trösten, im geduldigen Ertragen, im Verzeihen und im Teilen.
Zugleich liegt in diesem Bild eine große Würde. Jeder Mensch ist an einen bestimmten Ort gestellt – in eine Familie, eine Gemeinschaft, einen Beruf. Dort gibt es Begegnungen, die nur uns anvertraut sind. Niemand kann an unserer Stelle genau dort wirken. Diese Einzigartigkeit gehört zur christlichen Berufung.

Betet in Demut für den Frieden und arbeitet an der Versöhnung unter den Menschen, damit es jedem Menschen auf Erden gut ergehe. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.

Die Muttergottes spricht hier zu uns davon, dass sie möchte, dass es jedem Menschen gut geht. Im Titusbrief des heiligen Paulus lesen wir, dass wir einen menschenfreundlichen Gott haben. Dort ruft uns Paulus auf, gütig zu allen Menschen zu sein, nicht zu schmähen und nicht streitsüchtig zu sein. Und zwar aus einem ganz bestimmten Grund, den er im nächsten Satz erklärt. “Denn auch wir waren früher unverständig und ungehorsam; wir gingen in die Irre, waren Sklaven aller möglichen Begierden und Leidenschaften, lebten in Bosheit und Neid, waren verhasst und hassten einander. Als aber die Güte und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien, hat er uns gerettet.” (Titus 3,3-4)

Der entscheidende Wendepunkt liegt in der Güte Gottes: „Als aber die Menschenfreundlichkeit Gottes erschien, hat er uns gerettet.“ Daraus ergibt sich die christliche Haltung gegenüber dem Nächsten. Wer weiß, dass er selbst aus Gnade lebt, kann auch dem Anderen mit Geduld und Barmherzigkeit begegnen. In Demut wissen wir, dass auch wir fehlerhafte Menschen sind, die aus Liebe Kinder Gottes geworden sind. So wird verständlich, warum Gebet und Versöhnung zusammengehören. Im Gebet richten wir uns auf Gott aus und empfangen seinen Frieden. In der Versöhnung geben wir diesen Frieden weiter. Beides zusammen trägt dazu bei, dass das Ziel der Botschaft Wirklichkeit wird: dass es den Menschen gut geht – nicht nur äußerlich, sondern auch in der Tiefe ihres Herzens.

Möge uns die Fürsprache der Muttergottes und Königin des Friedens Mut und Kraft geben, zu ihren ausgestreckten Händen zu werden. Heilige Maria, Muttergottes, bitte für den Frieden in unseren Herzen und auf der ganzen Welt.