Betrachtung zur Botschaft vom 25. Juli 2016 – Mag. Klara Brandtner

Sucht Gott in der Stille eures Herzens

Ich schaue euch an

Muttergottes, du schaust uns an mit deinem liebevollen Blick. Du hast uns erwählt und rufst uns beim Namen. Du bist die Mutter Got- tes und auch unsere Mutter und du weißt, was deine Kinder brauchen. Du durchschaust uns und du fühlst, wie es uns geht.
In unserer Welt gibt es sehr viel Lärm und Un- frieden. Die Menschheit ist getrieben, verlo- ren, ohne Halt und Orientierung – ohne Gott. Wir wollen oft unsere eigenen Wege gehen, die nicht gut für uns sind, und schaden uns da- durch selber. Du siehst, dass wir oft hoffnungs- los und verloren sind. Oft wissen wir nicht, wie es weitergehen soll. Wir kennen den Weg nicht und auch das Ziel nicht und haben Angst

Verliert die Hoffnung nicht, die ich euch bringe

Aber du bringst uns Hoffnung. Wenn wir den Weg mit dir an der Hand gehen, brauchen wir keine Angst zu haben. Auch wenn wir uns ver- irren oder hinfallen, du hilfst uns wieder auf. Auf deine Fürsprache hin können wir alles be- kommen, wie es in einem Mariengebet heißt:

„Gedenke, gütige Jungfrau Maria, es ist noch nie gehört worden, dass jemand, der zu dir sei- ne Zuflucht genommen, deine Hilfe angerufen und um deine Fürsprache gefleht, von dir ver- lassen worden sei.“

Wenn wir mit unseren Nöten zu dir kommen, gehst du für uns zu Jesus, deinem Sohn, und bittest ihn, dass er uns hilft, so wie du es be- reits bei der Hochzeit zu Kana (Joh 2,1-12) getan hast, wo du Jesus darauf aufmerksam gemacht hast, dass den Feiernden der Wein fehlt. Du merkst es auch, wenn uns die Le- bensfreude fehlt und sagst es Jesus.

Kehrt zurück zum Gebet!

Uns forderst du dazu auf, seinen Willen zu tun:
„Was er euch sagt, das tut!“ Immer wieder forderst du uns zum Gebet, zum persönlichen Gespräch mit Gott auf. Du wirst nicht müde, uns zu sagen: „Kehrt zurück zum Gebet!“ Du als liebende Mutter willst, dass es uns, deinen Kindern, gut geht. Deine Ermunterung zum Gebet aus ganzem Herzen und zur Gottsuche soll uns helfen, ein erfülltes und freudvolles Leben zu haben. Denn bei Gott ist vollkommene Freude und Liebe – die wahre, tiefe Freude in Fülle, nicht ein Vergnügen von kurzer Dauer.

Geschaffen zur Freude

Gott hat den Menschen zur Freude erschaffen, damit er seine Freude über die Erschaffung der Welt (Gen. 1) mit ihm teilen konnte. Im Kate- chismus  der  Katholischen  Kirche  heißt  es:
„Gott ist in sich unendlich vollkommen und glücklich. In einem aus reiner Güte gefassten Ratschluss hat er den Menschen aus freiem Willen erschaffen, damit dieser an seinem glückseligen Leben teilhabe.“ Gott will sich mit dem Menschen freuen.
Doch der Mensch will sich immer wieder von Gott entfernen und seinen eigenen Weg ohne Gott gehen. Dadurch geht ihm aber die Quelle des Lebens und der Freude im Her- zen verloren.

Setzt Gott an die erste Stelle und nicht den Menschen

Wir klammern uns oft an Götzen und mer- ken nicht, wie sie uns innerlich leer machen. Unser Gott ist ein eifersüchtiger Gott (Ex.20,5) und duldet keine Götzen. Wir sind oft versucht, uns selbst, unsere Familie, unsere Arbeit oder unsere Interessen (Sport, Politik oder sonstige Ideale) an die erste Stelle zu geben. Aber unsere tiefste Sehnsucht nach Liebe kann nur Gott alleine stillen. Von ihm bekommen wir die ersehnte Anerkennung, Geborgenheit, Ruhe und Liebe, die uns kein Mensch geben kann.

Gottesmutter  Maria,  du  forderst  uns  auf, zum Gebet zurückzukehren und Gott den ersten Platz zu geben, wie es auch das erste Gebot besagt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft“ (Deut. 6,4 und Mt. 22,37). Danke für dein großartiges Bei- spiel dafür. Du hast Gott wirklich alles gege- ben. Und obwohl es manchmal sicher schwierig war, hast du auf seinen Heilsplan vertraut und warst ganz offen für sein Wir- ken. Hilf auch mir, meinen Weg in Verbin- dung mit Gott im Gebet zu gehen und Chris- tus in das Zentrum meines Lebens zu stellen

Suche nach Gott in der Stille des Herzens

Als Christen sind wir berufen, Gott zu suchen, ihn zu erkennen und ihn mit all unseren Kräf- ten zu lieben (vgl. KKK 1,1). Doch wo können wir Gott finden?

Muttergottes, du rätst uns, Gott in der Stille un- seres Herzens zu suchen. Du zeigst uns die Wege, die uns näher zu ihm bringen. Gott hat jeden von uns einzigartig erschaffen. Daher sind auch unsere Wege zu ihm unterschiedlich: Er lässt sich zum Beispiel in der Natur, bei ei- ner meditativen Arbeit, durchs Rosenkranzge- bet, in der Musik, in einer Gemeinschaft und auf jeden Fall in der Anbetung, in der Heiligen Messe und im stillen Gebet finden.

Betet, betet, betet, bis das Gebet euch zur Freude wird.

Wenn wir Gott einmal erkannt haben, kön- nen wir nicht anders, als uns zu freuen und ihn zu lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. Er hat Unfassbares für uns getan. Der Herr hat uns aus der Gefangenschaft herausge- führt (Deut. 6,21) und uns befreit. Gottes Liebe zu uns Menschen ist so groß, dass er sogar seinen Sohn Jesus opferte, um mit uns verbunden zu sein. Jesus ist am Kreuz für unsere Sünden gestorben und von den Toten auferstanden.  Er  hat  den  Tod  überwunden und die Mächte des Bösen besiegt. Nun kön- nen wir in einer Beziehung zu Gott leben. Dafür können wir ihm unendlich dankbar sein und ihn für sein Werk preisen. Wir können uns als Kinder Gottes geliebt wissen. Auf diese Liebe können wir nur mit Liebe antworten. Diese Liebe bewegt uns Christen auch dazu, Gutes zu tun, sodass sich unsere Mitmenschen wundern:  „Wieso  macht  er/sie  das?  Woher nimmt dieser Mensch so eine Liebe?“ Dann werden wir von Jesus erzählen, seine guten Ta- ten verkünden und dem Reich Gottes den Weg bereiten (vgl. Lk. 1,76).

Maria, bitte für uns, dass wir unser Gebet voller Hoffnung und Freude zu Gott erheben und dass wir ihn in der Stille unserer Herzen mehr und mehr suchen, erkennen und lieben.

Mag. Klara Brandtner



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