„Liebe Kinder! Auch heute, da Gott mir erlaubt hat, den kleinen Jesus, den König des Friedens, in meinen Armen zu euch zu tragen, möge er euch mit der Glut der Liebe und des Friedens erfüllen, damit jedes Herz seinem Herzen ähnlich werde. Seid in dieser Zeit der Gnade kühne und mutige Verteidiger der Liebe eures Gottes, damit er euch in dieser Gnadenzeit seinen Frieden schenke.
Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“
(Mit kirchlicher Genehmigung)
1. „Auch heute, da Gott mir erlaubt hat den kleinen Jesus, den König des Friedens, in meinen Armen zu euch zu tragen, möge er euch mit der Glut der Liebe und des Friedens erfüllen, damit jedes Herz seinem Herzen ähnlich werde.“
Die Muttergottes wiederholt: Dies ist eine Zeit der Gnade. Warum es eine Zeit der Gnade ist, verstehen wir aus ihren nächsten Worten: Weil Gott ihr erlaubt, Jesus in ihren Armen zu uns zu bringen.
Warum wiederholt die Muttergottes so oft – zweimal in dieser Botschaft –, dass dies eine Zeit der Gnade ist?
Weil die Gnade leicht unbemerkt an uns vorübergehen kann. Denn die Gnade ist nicht laut, sondern still. Wir werden wohl erst in der Ewigkeit erkennen, welch ein Verlust und welch ein Versäumnis es wäre, wenn die Gnade unbemerkt an uns vorüberginge. Aus diesem Grund sagte der große Theologe Hans Urs von Balthasar: „Es gibt nur eine Gefahr für Medjugorje: dass es an uns vorbeigeht.“ Wörtlich übersetzt: dass die Gnade an uns vorübergeht, ohne dass wir sie erkennen.
Die Muttergottes sagt: Jesus ist der König des Friedens. Der König ist derjenige, der herrscht. Jesus ist König, aber nicht über andere, sondern er möchte König in uns sein. Jesus ist König in uns, wenn seine Liebe in uns herrscht. Die Liebe herrscht, wenn sie stärker ist als negative Gedanken und Gefühle.
Jesu Liebe ist so groß und stark, dass er uns mit der Glut der Liebe und des Friedens erfüllen möchte. Wahre Liebe wünscht sich, dass andere lieben und dass Frieden in ihnen herrscht. Wenn die Glut der Liebe im Herzen ist, dann erfüllt sich das, was die Muttergottes gesagt hat: „Wenn ihr Liebe habt, ist euch alles möglich.“ Dann gehe ich voller Freude zur Heiligen Messe. Dann engagiere ich mich in meiner Pfarrgemeinde. Dann möchte ich auch anderen helfen, damit Frieden in ihren Herzen und Familien herrscht.
Die Frucht der Liebe ist Frieden.
Das Ziel, zu dem Jesus, der König des Friedens, uns führen möchte, ist: dass jedes Herz seinem Herzen ähnlich werde.
Wie können wir dem Herzen Jesu ähnlich werden?
Es gibt das lateinische Sprichwort „Similis simili gaudet“, was so viel bedeutet wie: Gleiches freut sich an Gleichem. Anders ausgedrückt: Gleiches erkennt Gleiches. Gleiches zieht Gleiches an. Wenn unser Herz dem Herzen Jesu ähnlicher wird, fühlen wir uns zu dem hingezogen, was Jesus anzieht. Dann handeln wir in allem so, wie Jesus handelt.
Gott wartete nicht darauf, dass wir Menschen uns bessern, bevor er zu uns kam, sondern er kam zu uns, damit wir besser werden konnten. Wenn Gott in Jesus den ersten Schritt tat, sind wir dem Herzen Jesu ähnlich, wenn wir nicht darauf warten, dass andere den ersten Schritt auf uns zugehen. Wir sind dem Herzen Jesu ähnlich, wenn wir nicht darauf warten, dass andere sich ändern, bevor wir sie grüßen und erst dann mit ihnen sprechen, sie besuchen, sondern wenn wir sagen: Ich grüße zuerst. Ich vergebe zuerst. Ich gehe zuerst auf diesen Menschen zu und spreche mit ihm.
Jesus weiß, dass Zachäus ein Sünder ist, aber er weist ihn nicht zurück, denn seine Liebe ist größer als Zachäus‘ Sünden. Als Petrus seine Sündhaftigkeit eingesteht, weist Jesus ihn nicht zurück, sondern gibt ihm sogar eine wichtige Aufgabe: Er soll Menschenfischer werden.
Daraus folgt, dass Jesu Liebe größer ist als unsere Sünden. Wir gleichen dem Herzen Jesu, wenn unsere Liebe größer und stärker ist als die Sünden und Schwächen anderer. Wir gleichen dem Herzen Jesu, wenn wir die Schwächen anderer überwinden und ihnen vergeben können.
Es ist gut zu beten: Jesus, mach mein Herz sanftmütig und demütig nach deinem Herzen.
2. „Seid in dieser Zeit der Gnade kühne und mutige Verteidiger der Liebe eures Gottes, damit Er euch in dieser Gnadenzeit Seinen Frieden schenke.“
Ist es nicht ein ungewöhnlicher Gedanke, „die Liebe Gottes zu verteidigen“? Und das so kühn und mutig zu tun? Warum?
Die Liebe Gottes ist in uns. Paulus sagt: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Röm 5,5). Doch nicht nur Liebe wohnt in uns. Viele andere Kräfte wirken: Neid, Hass, Intoleranz gegenüber anderen, Ablehnung, Selbstsucht, das Festhalten an der Entscheidung, andere nicht zu grüßen, nicht mit ihnen zu sprechen, nicht zu vergeben, die Überzeugung des Egos, im Recht zu sein und der andere im Unrecht… Wir müssen die Liebe Gottes in uns verteidigen, denn das Böse ist stark. Wenn wir die Liebe Gottes in uns verteidigen – und zwar kühn und mutig –, bedeutet das, dass wir nicht zulassen, dass das Böse uns besiegt.
Andererseits wird die Liebe Gottes mich verteidigen. Und sie wird mich nur verteidigen, wenn sie stark ist. Wenn sie schwach ist, kann sie mich nicht verteidigen. Paulus gibt uns ein Beispiel: „Ich vermag alles durch den, der mich stärkt!“ (Phil 4,13).
Das ist unser Weg zum wahren Frieden.

