Aufruf Ivan Dragičević 45 Jahrestag
„Hast du dein Herz geöffnet und vergeben?“
Liebe Freunde in Christus!
Das sind einige Gedanken zu all dem, wozu uns die Mutter und Königin des Friedens seit nunmehr 45 Jahren aufruft.
Verstehen wir die Zeit und den Augenblick, in dem wir leben?
Oft frage ich mich: Nehmen wir die Zeit, in der wir leben, wirklich ernst? Erkennen wir die Zeichen der Zeit? Hören wir die Stimme, die uns seit so vielen Jahren zur Umkehr, zum Frieden und zur Rückkehr zu Gott ruft?
Viele hören die Botschaften, lesen sie und geben sie weiter. Doch die eigentliche Frage ist nicht: Haben wir sie gehört? Sondern: Haben wir sie mit dem Herzen aufgenommen?
Die Welt verfügt heute über mehr Wissen als je zuvor und ist doch so verloren. Wir besitzen Kommunikationsmittel, die Kontinente miteinander verbinden, aber die Herzen der Menschen sind oft weiter voneinander entfernt als jemals zuvor. Wir haben große Fortschritte in der Technologie gemacht, aber nicht unbedingt in der Liebe, Vergebung und im Glauben.
Gerade deshalb ist der Ruf zum Gebet, zur Umkehr, zum Fasten, zum Frieden und zur Rückkehr zum Evangelium nicht veraltet. Im Gegenteil: Er ist heute notwendiger denn je.
Botschaft an die Welt
Die heutige Welt sucht Sicherheit in Geld, Macht und Erfolg. Doch keines dieser Dinge kann das menschliche Herz erfüllen. Das Herz ist für Gott geschaffen. Wenn wir Gott an die letzte Stelle setzen, entstehen Unruhe, Spaltungen, Kriege und Angst.
Der Ruf zum Frieden ist nicht nur ein Aufruf, Kriege zu beenden. Er ist ein Aufruf, den Frieden im eigenen Herzen beginnen zu lassen. Denn ohne Frieden im Menschen gibt es keinen Frieden in der Familie, im Volk und in der Welt.
Botschaft an die Kirche
Die Kirche ist berufen, Licht in der Dunkelheit zu sein. Doch Licht kann nur leuchten, wenn es mit Christus verbunden bleibt. Deshalb sind die Eucharistie, die Beichte, das Gebet und das Lesen des Wortes Gottes so wichtig.
Gott sucht keine vollkommenen Menschen. Er sucht offene Herzen. Er sucht Menschen, die zulassen, dass Er sie von innen heraus verwandelt.
Botschaft an die Familien
Vielleicht ist die größte Auseinandersetzung unserer Zeit die um die Familie.
Die Familie ist der Ort, an dem ein Kind zum ersten Mal lernt zu lieben, zu beten und zu vergeben. Geht die Familie verloren, geht die Zukunft der Menschheit verloren.
Deshalb ist das gemeinsame Gebet so wichtig. Eine Familie, die gemeinsam betet, bleibt auch in Zeiten der Prüfung verbunden, weil Gott in ihrer Mitte steht.
Eine Frage an jeden von uns
Vielleicht fragt uns Gott heute nicht, wie viele Botschaften wir gelesen haben, wie viele Wallfahrten wir unternommen haben oder wie viel wir über den Glauben wissen.
Vielleicht stellt Er uns Fragen über viel Einfacheres:
Hast du dein Herz geöffnet?
Hast du vergeben?
Hast du begonnen zu beten?
Hast du Gott erlaubt, dich zu führen?
Die Zeit, in der wir leben, ist keine Zeit der Angst, sondern eine Zeit der Gnade.
Es ist eine Zeit der Entscheidung, eine Zeit, in der Gott uns einlädt, zu Ihm zurückzukehren, solange die Türen Seiner Barmherzigkeit noch weit offen stehen.
Darum wollen wir nicht nur Hörer der Botschaft bleiben. Werden wir zu ihren Zeugen.
Denn die Welt braucht heute vielleicht mehr denn je nicht neue Theorien, sondern Menschen, die durch ihr Leben zeigen, dass Gott lebt, dass die Liebe siegt und dass Frieden möglich ist.
Möge in unseren Herzen dieses einfache Gebet widerhallen:
„Herr, schenke mir ein offenes Herz, damit ich die Zeit erkenne, in der ich lebe, den Mut, Deinen Ruf anzunehmen, und die Kraft, ihn jeden Tag zu leben.“
Euer Ivan Dragičević


